Lokales

Entwicklungsflächen

Rund 18 Flächen im Bereich eines rechtskräftigen Bebauungsplans, potenzielle Entwicklungsflächen und solche, deren fachliche Eignung als Vogelschutzgebiet angezweifelt werden, meldete die Gemeinde Bissingen jetzt dem Regierungspräsidium Stuttgart. Dem vorausgegangen war eine Diskussion im Gemeinderat über "Natura 2000", die Nachmeldung von Vogelschutzgebieten.

RICHARD UMSTADT

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Den Bürgervertretern lag daran, die Vogelschutzgebiete in die Grenzen der bestehenden Landschaftsschutzgebiete zurückzuführen. Diese Meinung vertrat denn auch Bissingens Bürgermeister Wolfgang Kümmerle in einem entsprechenden Brief an den Umweltminister des Landes, Peter Hauk. Darin wies Kümmerle den Minister ausdrücklich darauf hin, dass die Gemeinde und ihre Vertreter dem Grundgedanken der Vogelschutzgebiete positiv gegenüberstehen. "Unsere bisherige Förderpolitik im Streuobstbau belegt dies nachhaltig." Allerdings treffe die Nachmeldung der Vogelschutzgebiete die Markungen Bissingen und Ochsenwang "in unzumutbarer Weise" und bedrohe die weitere Entwicklung des Ortes und die nachfolgenden Generationen.

In der Besprechung der Bürgermeister mit dem Umweltminister musste der Bissinger Verwaltungschef feststellen, dass seine Forderung, die Vogelschutzgebiete auf die Grenzen der Landschaftsschutzgebiete zurückzudrängen, nicht durchsetzbar ist. Minister Hauk habe jedoch seine Bereitschaft signalisiert, die möglichen Entwicklungsgebiete der Kommunen zu prüfen, berichtete der Rathauschef dem Gemeinderat. Deshalb stellte die Verwaltung eine Liste der entsprechenden Flächen zusammen und sandte sie ans Landratsamt. Darin aufgenommen wurde das Gebiet der Garten- und Kleintierzuchtanlage "Täle/Kobel" an der alten Weilheimer Straße, die Wohngebiete "Äckerwengert II" und Gässle, die Sport- und Freizeitanlage, die Aussiedlerhöfe Heidäcker, Ziegelhütte und Randeck, Kreuz, Rauberhof, Schuläcker und Viehweide sowie das Gewerbegebiet "Bissinger Straße".

Wurden in einer ersten Runde die betroffenen Kommunen gehört, so sollen im Sommer in einer weiteren Runde Landwirte und andere Verbände zu ihrer Meinung über Natura 2000 und die Nachmeldung von Vogelschutzgebieten befragt werden.