Lokales

Entzündliches Rheuma

Zu einem Arztvortrag hatten Rheuma-Liga und AOK in die Kirchheimer Stadthalle eingeladen. Thema des Abends: "Wenn Rheuma entzündlich wird".

KIRCHHEIM Dr. Martina Brielmaier, als Internistin und Rheumathologin Oberärztin am Kreiskrankenhaus Plochingen, war auf großes Interesse gestoßen. Erika Frank, Erste Vorsitzende der Selbsthilfegruppe, konnte zu dem informativen Abend auch den AOK-Marketingleiter Martin Kerler begrüßen.

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Darf man Studien glauben, leidet jeder Zweite in Deutschland an Rheuma. Während eine Arthrose den mechanischen Bewegungsablauf beeinträchtigt, führt das entzündliche Rheuma (Arthritis) zu einer chronisch verlaufenden Systemerkrankung. Am häufigsten sind Gelenke wie Schulter, Arm, Hand, Hüfte, Knie oder Fuß befallen.

Wie so genannte Rheumaschübe die Gelenkknochen verändern können, wurde von Dr. Brielmaier anhand von Bildern anschaulich dargestellt. Durch chirurgische Eingriffe könne den Patienten heute gut geholfen werden.

Es zeige sich aber auch, dass eine frühzeitige Erkennung der Krankheit, die richtige medikamentöse Einstellung durch einen Rheumatologen sowie gymnastische Übungen den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen können.

Zum rheumatischen Formenkreis gehört auch die Krankheit Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans). Von der Ärztin wurde in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass diese Erkrankung oft sehr spät erkannt werde, weil Kreuzschmerzen doch viele Ursachen haben können. Die wenigsten Patienten brächten dies mit Rheuma in Verbindung. Auch hier gelte: "Ist die richtige Diagnose gestellt, sollte mit der medikamentösen Therapie so früh wie möglich begonnen werden."

Unter dem Motto "Rheuma braucht Bewegung" können Betroffene unter Anleitung eines Therapeuten Übungen der Wasser- und Trockengymnastik erlernen. Bei eingeschränktem Bewegungsablauf im Schulter- oder Handgelenk könne eine Ergotherapie sehr hilfreich sein.

Es wurde auch darauf hingewiesen, dass die alternative Heilmethode wie Akupunktur, Neuraltherapie, Thymusextrakt und so weiter Anklang findet, eine gute Basistherapie aber nicht ersetzen könne.

Aus dem Publikum kam die Frage nach einer Rheuma-Diät. Dr. Martina Brielmaier ist wie viele ihrer Kollegen der Ansicht, dass es hilft, wenig tierische Fette und möglichst keinen Alkohol zu sich zu nehmen. Dafür sollten aber Fisch, Obst, Sojagerichte und Milchprodukte ganz oben auf dem Speiseplan stehen. Der tägliche Spaziergang, viel Bewegung an der frischen Luft und eine positive Lebenseinstellung würden zudem recht hilfreich sein.

mb