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Bei einer gut besuchten Hauptversammlung des Kreisverbands Esslingen der Senioren-Union in Köngen konnte der Vorsitzende Karl - Hermann Raff den Bundesvorsitzenden der Senioren-Union, Professor Dr. Otto Wulff, begrüßen.

KÖNGEN Otto Wulff beschrieb als Hauptanliegen der Politik, von der hohen Arbeitslosenzahl herunterzukommen, die nach offizieller Statistik bei fünf Millionen liege, in Wahrheit jedoch wesentlich höher sei. Wenn alle Produkte, die in Deutschland entwickelt wurden, auch in Deutschland produziert und vermarktet würden, wäre mehr Arbeit vorhanden, konstatierte der Bundesvorsitzende der Senioren-Union.

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Deutschland stünde dann mit seiner wirtschaftlichen Leistungskraft wieder ganz vorne, ist sich Wulff sicher. Freilich gelte es, den Leistungsgedanken wieder neu zu entdecken. Der Spruch "Ohne Fleiß kein Preis" müsse wieder berücksichtigt werden. Es sei nicht hinnehmbar, dass viele Auszubildende und Studenten ihre Ausbildung abbrechen.

"In Deutschland gehen viele Akademiker zu spät in den Beruf", beschrieb Professor Wulff die langen Ausbildungszeiten als Problem. Auf der anderen Seite befänden sich von den 55- bis 64-Jährigen viele bereits nicht mehr im Berufsleben. "Mit dem Wissen und der Erfahrung der älteren Menschen darf man so nicht umgehen", resümierte er. Wulff forderte ein Umdenken in den Unternehmen und eine Arbeitswelt, in der ältere Menschen, die arbeiten wollen, dies können. Sie sollen auch mit über 55 Jahren eine Chance auf dem Arbeitsmarkt erhalten.

"Die Alterspyramide wird sich nur dann zum Positiven wenden, wenn Kinder zu haben keine finanzielle Last mehr bedeutet", bezog Dr. Wulff auch klar Stellung zur Familienpolitik. Wenn sich die Geburtenrate von 1,3 Kindern pro Familie nicht ändere, gebe es in hundert Jahren keine Deutschen mehr. Professor Wulff forderte eine steuerliche Entlastung von Familien mit Kindern, die Hoffnung, Aufbruch und die Bejahung des Lebens symbolisieren. Gleichzeitig, hob er hervor, sei die Berufswelt so anzupassen, dass Beruf und Familie in Einklang miteinender gebracht werden können.

Dr. Otto Wulff motivierte die Senioren, sich mehr zu bewegen. Denn neue Forschungen hätten ergeben, dass mehr Bewegung sich bei Koronar-, Diabetes- und Demenzkrankheiten günstig auswirke. Hohe Beträge könnten im Gesundheitswesen eingespart werden, wenn die Menschen sich mehr bewegten. Zuletzt ging Professor Wulff auf das Thema Zuwanderungsbegrenzung und Rückführung ein und stellte klar: "Wir stehen auf dem Boden des Grundgesetzes und haben mit der "Scharia" nichts am Hut. Wer Hass predigt, hat in Deutschland nichts verloren."

pm