Lokales

Erfinder der "Riester-Rente" zu Gast

Die Riester-Rente ist schon seit Jahren immer wieder ein Thema in den Medien. Was verbirgt sich dahinter, wie funktioniert das Modell der zusätzlichen Altersvorsorge? Dazu lud die Volksbank Kirchheim Nürtingen zu einer Kundenveranstaltung in die Nürtinger Stadthalle ein und hatte als Referenten den Namensgeber Walter Riester zu Gast.

SVEN PETERS

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NÜRTINGEN "Wer könnte die Riester-Rente besser vorstellen, als ihr Erfinder persönlich", begann Harald Kuhn von der Volksbank seine Eröffnungsrede. Der Gast hielt einen Vortrag über die von ihm entwickelte und nach ihm benannte Rentenergänzung. Riester begann mit wesentlichen Gedanken zur Rentensituation in Deutschland. Er erläuterte, wie er auf die Idee kam und wo bis zu der Ergänzung die Mängel zu finden waren. Ursprünglich sei es sein Ziel gewesen, gemeinsam mit den Gewerkschaften eine Ergänzung zur Rente einzuführen, bei der prozentual von beschlossenen Lohnerhöhung etwas für die Rente gespart werden sollte.

Als er aber in das Amt als Bundesminister für Arbeit und Soziales berufen wurde, war dies mit den Gewerkschaften nicht wie geplant umsetzbar. Deswegen musste er seine Planungen umgestalten, um die seiner Meinung nach nicht ausreichende Rentenversicherung durch zusätzliche Zahlungen zu unterstützen. Ziel war eine zweite, private Rücklage als Ergänzung zur herkömmlichen Rentenversicherung. Die These, dass die ursprüngliche Rente in Zukunft nicht mehr ausreichen wird, untermauerte er recht eindeutig mit dem Beispiel des demografischen Wandels. Als er in den sechziger Jahren als Fliesenleger arbeitete, hätte die durchschnittliche Zeit, in der Rente bezogen wurde, bei zehn Jahren gelegen. Diese sei auf siebzehn Jahren gestiegen und somit werde deutlich, dass die alten Mittel nicht mehr ausreichend seien. Um dieses Problem zu lösen, habe er die Ergänzung entwickelt. Wichtig sei ihm dabei die Kombination aus Sicherheit und Rentabilität gewesen. So ist gesetzlich geregelt, dass zu Beginn der Auszahlungsphase mindestens die Summe der eingezahlten Beiträge Eigenleistung und die staatlichen Zulagen garantiert sind.

Gefördert werde der Einzahlende auf zwei Arten. Zum einen gebe es eine Steuerersparnis, da die eingezahlten Beträge direkt vom Bruttolohn gezahlt und somit nicht besteuert werden. Dieses Kapital wird erst durch eine nachgelagerte Rentenbesteuerung herangezogen. Da aber über die Jahre durch die Anlage mehr Kapital gewonnen wird, als die Rentenbesteuerung ausmacht, kann dadurch Geld gespart werden. Die zweite Unterstützung sind die Zulagen, auf die der Einzahler Anspruch hat. Dieses Programm sei für jeden interessant, der fünf Euro im Monat auf die Seite legen könne. Ab einem Sockelbetrag von sechzig eingezahlten Euro im Jahr habe man Anspruch auf die Förderung. Auch in Zukunft werde die Struktur in ähnlicher Form fortbestehen. Die Förderungen würden verbessert und angepasst, so würde der Förderbetrag ab Januar 2008 um 25 Prozent angehoben.