Lokales

Erfolg kostet Geld

Das Anruf-Sammel-Taxi (AST) ist heuer besonders erfolgreich. Die Fahrgastzahlen sind deutlich gestiegen. Die Kommunen freuen sich zwar über den Erfolg, aber reicher werden sie dadurch nicht im Gegenteil: Kirchheim muss jetzt einen Fehlbetrag in Höhe von 25 000 Euro ausgleichen.

ANDREAS VOLZKIRCHHEIM Der jeweilige Fahrgast zahlt zusätzlich zum normalen ÖPNV-Preis einen Komfortzuschlag für die Fahrt mit dem Anruf-Sammel-Taxi. Die Kommunen zahlen für jede einzelne Fahrt einen Zuschuss, der den Komfortzuschlag bei weitem übersteigt. "Wir kommen bis zum Jahresende nicht mit unseren Mitteln aus", schilderte Ordnungsamtsleiter Johannes Ehni im Finanz- und Verwaltungsausschuss die Situation bei der Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs, speziell beim Anruf-Sammel-Taxi. Dessen Fahrgastzahlen seien von 8 111 auf 8 510 gestiegen, die Kilometerleistung von 47 910 auf 61 397.

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Weil mit den Umlandgemeinden, die zu 40 Prozent an der Finanzierung beteiligt sind, erst zum Jahresende abgerechnet wird, müsse die Stadt Kirchheim nun die fehlenden 25 000 Euro für das Anruf-Sammel-Taxi über die Deckungsreserve finanzieren. Ehni erinnerte in diesem Zusammenhang an den "Beschluss des Gemeinderats vor zwei Jahren, das Angebot weiter zu unterstützen und zu fördern".

Stadtrat Ralf Gerber (Freie Wähler) fragte nach den Ursachen für die steigenden Fahrgastzahlen, zumal vor der letzten Erhöhung des Komfortzuschlags befürchtet worden sei, dass die Zahl der Fahrten abnehmen könnte. Er wollte wissen, ob das am Anbieterwechsel oder am harten Winter liege. Johannes Ehni konnte ebenfalls nur Vermutungen äußern, etwa einen "Gewöhnungseffekt an den höheren Komfortzuschlag". Auch was die Zukunft des AST betrifft, sind im Augenblick keine Aussagen möglich. Dr. Klaus-Peter Herzberg (SPD) hatte angefragt, ob die Kosten immer so hoch bleiben oder ob es sich um eine einmalige Angelegenheit handle.

Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker sprach von einem wichtigen Angebot für junge Leute oder auch für Personen, die im Schichtbetrieb arbeiten: "Wir wollen eigentlich, dass es mehr genutzt wird. Das heißt für uns aber, dass wir mehr bezahlen müssen." Die Ausschussmitglieder waren im Wesentlichen derselben Meinung und genehmigten die überplanmäßige Ausgabe einstimmig.