Lokales

Erfolgreich am Markt

Als Gütesiegel für die Rechtsform der genossenschaftlichen Banken wertet Ulrich Weiß die Einstufung des genossenschaftlichen Finanzverbundes mit A+. Von dieser Ratingnote der international anerkannten Agentur Fitch würden alle elf Volks- und Raiffeisenbanken im Landkreis profitieren, sagt der Vorsitzende der Bezirksvereinigung.

HANS-JOACHIM HIRRLINGER

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PLOCHINGEN Diese im deutschen Vergleich der Banken und Sparkassen hervorragende Einstufung spiegle die Vitalität und Stärke des Finanzverbundes wider. Mit A+ werde die Vermögens-, Ertrags- und Risikolage der genossenschaftlichen Banken als sehr gut eingestuft, sagt Weiß, das platziert den Verbund in der deutschen Bankenlandschaft ganz vorne. Er ist Vorstandssprecher der Volksbank Kirchheim-Nürtingen, der größten von elf Volksbanken im Landkreis, die ein Geschäftsvolumen von knapp 4,9 Milliarden Euro repräsentieren. Wobei der Bezirk Esslingen unterschiedliche Strukturen zeigt: Die kleinste, die Berkheimer Bank, hat 45 Millionen Euro Geschäftsvolumen, die drei großen (Kirchheim-Nürtingen, Esslingen und Plochingen) kommen zusammen auf mehr als 3 Milliarden. Zwischen 13 und fast 440 Mitarbeitern klafft die Spanne.

Doch das bewertet Albert Bendl, Bernhauser Bank, gerade als Stärke der genossenschaftlichen Banken: Sie liege in der Dezentralität, der Eigenverantwortlichkeit und Kundennähe. Das zeigten auch überdurchschnittliche Zuwachsraten. Wir sind ein Erfolgsmodell in dieser globalisierten Welt. Die Stärke dieses Modells liegt für Franz Nadelstumpf, Vorstandssprecher der Volksbank Plochingen, auch in ihren direkten und schnellen Reaktionsmöglichkeiten auf Marktentwicklungen. Wir bieten die Wege, die der Kunde will. Die Antwort auf Direktbanken ist Homebanking. 25 bis 40 Prozent unserer Konten sind online-fähig, sagt Nadelstumpf. Dieses Angebot werde je nach Bank und Kunde unterschiedlich wahrgenommen.

Plochingens Antwort fiel noch direkter aus: Die Volksbank gründete als erste und bisher einzige Genossenschaftsbank im Landkreis eine eigene E-Bank, die mit speziellen Konditionen in Konkurrenz zu den Direktbanken erfolgreich mitbietet. Direktbanken seien Sammelstellen für Geld, sagt Nadelstumpf, das dann international bewegt werde.

Der Mittelstand erhält von keiner Direktbank einen Kredit. Doch gerade dem Mittelstand fühlen sich die Genossenschaftsbanken eng verbunden. Unser Anspruch ist es, unsere Kunden von der Existenzgründung bis hin zur Unternehmensnachfolge umfassend zu begleiten. Und im genossenschaftlichen Verbund sieht der Bezirksvorstand seine Kunden von der Versicherung bis zur Baufinanzierung gut aufgehoben. Wobei gerade Baukredite seit 2005 wieder stärker gefragt seien. Zwei Einflüsse würden diesen Trend 2006 noch verstärken, erwarten Weiß und Nadelstumpf: Die Mehrwertsteuererhöhung im kommenden Jahr und der Energiepass als Impuls für Sanierung und Modernisierung.

Weiß bekennt sich auch als Mitglied des Bundesvorstandes zum Drei-Säulen-Modell des deutschen Bankenwesens: Privatbanken, Sparkassen, Genossenschaftbanken. Es dürfe nicht durch den Einstieg von Privatbanken bei den Sparkassen aufgelöst werden. Das ist auch eine Absage an Pläne des BVR-Präsidenten Christopher Pleister, der den Einstieg des Volksbank-Verbundes bei Sparkassen befürwortet.