Lokales

Erfolgreiche Friedensbotschafter

Weit über 400 Sternsinger haben sich rund um die Teck in den Dienst armer Kinder gestellt

Den Kreidesegen haben sie zu Jahresbeginn tausendfach an den Türen angebracht, die Sternsinger. Inzwischen liegt auch eine Bilanz über den Geldsegen vor, den sie an verschiedenste Projekte für Kinder in aller Welt weitergeben: In den vier katholischen Kirchengemeinden in Kirchheim, Weilheim und Oberlenningen sind insgesamt 74 279,87 Euro zusammengekommen.

Andreas Volz

Kirchheim. Gewänder, Lieder und Sprüche mögen in den einzelnen Gemeinden zwar unterschiedlich gewesen sein, das Ziel war jedoch überall dasselbe: den Menschen an der Haustür Freude zu bereiten, einen Friedensgruß zu bringen, den Segensspruch anzuschreiben und Geld für Kinder in Not zu sammeln. Wenn nebenbei noch Süßigkeiten für die singenden Kinder selbst abfielen, dann gehört auch das zur Tradition des Sternsingens, die in Deutschland in dieser Form seit 1959 besteht – seit 50 Jahren also.

Weit über 400 Kinder und Jugendliche waren rund um die Teck als Sternsinger im Einsatz, zwischen dem Jahreswechsel und ihrem eigentlichen Feiertag – dem Dreikönigstag am 6. Januar. Als Könige oder Weise aus dem Morgenland trugen sie ihre Sterne und die Sammelbüchsen von Haus zu Haus. Bei der Aussendung Ende Dezember hatte Pfarrer Franz Keil von der katholischen Kirchengemeinde Sankt Ulrich den Kindern gewünscht, dass sie „offene Türen und offene Herzen“ finden mögen.

Beides muss in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle wieder hervorragend funktioniert haben, denn das Ergebnis spricht für sich. Wie Sankt Ulrich meldet, haben dort 203 Kinder mit 75 Begleitern und Helfern 26 108,17 Euro eingesammelt. Zur Kirchengemeinde Sankt Ulrich gehören auch die Filialgemeinden in Ötlingen und Lindorf, in Notzingen, Ohmden sowie in Schlierbach.

Zur Kirchengemeinde Maria Königin wiederum zählen auch Jesingen, Nabern, Dettingen und Bissingen. Zusammen waren dort 118 Kinder mit 33 Begleitern unterwegs und haben 21 581,40 Euro eingesammelt.

Die Franziskuskirchengemeinde aus Weilheim, zu der auch Ochsenwang, Hepsisau, Neidlingen, Holzmaden, Aichelberg und Zell gehören, berichtet von 91 Kindern, denen 48 Begleiter zur Seite standen. Weitere 61 Personen haben die Sternsinger abends nach vollbrachter „Arbeit“ bewirtet. Die Gesamtsumme, die in Weilheim und Umgebung gespendet wurde, liegt bei 21 934,15 Euro. – Die katholische Kirchengemeinde Sankt Mariae Himmelfahrt in Oberlenningen umfasst außer der weltlichen Gemeinde Lenningen noch Erkenbrechtsweiler und Owen. Das Ergebnis der Sternsingeraktion in Lenningen beläuft sich auf 4 656,15 Euro.

Die Gelder, die die Sternsinger zum Jahresbeginn als Spenden einsammeln, werden über das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und den Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) an rund 3 000 Projekte auf allen Kontinenten weitergeleitet. Vor einem Jahr waren es fast 40 Millionen Euro, die beim Sternsingen deutschlandweit zusammenkamen.

Die Spenden kommen Kindern in Kriegsgebieten ebenso zugute wie Straßenkindern oder Aids-Waisen. Weitere Projekte setzen sich gegen Kinderarbeit ein oder unterstützen den Kampf für Kinderrechte. Das Beispielland für die Aktion 2009 war Kolumbien. Bildungsprojekte, Schutz- und Therapieprogramme sollen dem Frieden eine Chance geben und allen Kindern in Kolumbien eine Kindheit ohne Gewalt ermöglichen. Die Sternsinger aus Kirchheim und Umgebung haben nun ihren Teil dazu beigetragen, dass diese Kinder eine bessere Zukunft bekommen können – nach dem Motto: „Frieden tragen wir in die Welt hinaus.“

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