Lokales

"Erfolgreiche" Industrielobby

Die Ökologisch-demokratische Partei (ÖDP) im Kreis Esslingen fordert ein umfassendes Nichtraucherschutzgesetz und verweist auf die positiven Erfahrungen in anderen Ländern.

KREIS ESSLINGEN "Tabakrauch ist das schwerste Atemgift, das wir im Alltag in Innenräumen antreffen", so Helmut Staiger, Kreisvorsitzende der Ökologisch-demokratischen Partei, "und leider wird meistens von den Menschen verlangt, dass sie das so hinnehmen. Dabei wird der blaue Dunst schon seit Jahren als dermaßen krebserregend eingestuft, dass Wissenschaftler keine gesundheitlich unbedenkliche Dosis feststellen konnten." Schon kleinste Mengen würden das Krebsrisiko erhöhen. "Daneben schädigen die im Rauch enthaltenen Gifte Blut und Blutgefäße, und das Risiko für einen Infarkt steigt je nach Passivrauchbelastung um bis zu 30 Prozent".

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Bereits für erwachsene Menschen ohne Vorerkrankung bedeute das Einatmen von Tabakqualm außerdem eine akute Belastung ihrer Gesundheit und ihres Wohlbefindens, betont Helmut Staiger. So seien Symptome wie Kurzatmigkeit, Schwindel, Reizungen der Augen und der Schleimhäute und Kopfschmerzen durch toxikologische Studien belegt. Besonders drastisch seien die Auswirkungen aber für Kinder und Ungeborene, für Asthmatiker oder Menschen mit anderen Atemwegsbehinderungen.

Die ÖDP fordert daher schon lange ein umfassendes Nichtraucherschutzgesetz, das verhindert, dass Menschen, insbesondere Kinder, gegen ihren Willen Tabakrauch einatmen müssen. Das Zögern der großen Parteien bei diesem wichtigen gesundheitspolitischen Thema "immerhin haben umfassende Rauchverbote in der Öffentlichkeit in anderen Ländern wie zum Beispiel Italien auch den Anteil der aktiven Raucher spürbar gesenkt" ist für die ÖDP ein gutes Beispiel für die "erfolgreiche" Arbeit der Industrielobby und der damit verbunden Parteispenden. In der Vergangenheit hätten alle Bundestagsparteien auf die eine oder andere Weise Zuwendungen durch die Tabakindustrie und zum Teil erhebliche Summen an Direktspenden bekommen, schreibt die Kreis-ÖDP in ihrer Pressemitteilung. Die ÖDP hat sich in ihrer Satzung auf allen Parteiebenen die Annahme von Firmen- und Verbandsspenden untersagt und fordert diese Maßnahme auch von den anderen Parteien.

Die ÖDP zählt zu den Mitstreitern der Kampagne "Deutschland rauchfrei, 1 000 000 Stimmen für gesetzlichen Schutz am Arbeitsplatz, in der Gastronomie und in öffentlichen Gebäuden". Diese Stimmen werden den Abgeordneten des Bundestages im Herbst vorgelegt.

pm