Lokales

Erfolgreicher Start in die Doppik

Jahresabschluss: Owen hat 2012 mehr als eine Million Euro Überschuss erwirtschaftet

Die Stadt Owen hat jetzt die Jahresrechnung für das Jahr 2012 vorgelegt. Der Grund für den ungewöhnlich späten Zeitpunkt des Abschlusses ist die Umstellung auf das neue kommunale Haushaltsrecht. Dadurch ist es nämlich auch notwendig, eine Eröffnungsbilanz zu erstellen – also das gesamte Vermögen der Stadt zu bewerten.

Owen. Jetzt können sich die Owener schriftlich vorlegen lassen, welchen Wert ihre Heimatstadt hat: Der Wert des Sachvermögens lag zum 1. Januar 2012 – zum Zeitpunkt der Umstellung auf das neue Haushaltsrecht – bei 25,4 Millionen Euro. Hinzu kommt das Finanzvermögen in Höhe von 5,4 Millionen Euro, sodass sich, summiert und gerundet, ein Gesamtvermögen von 30,9 Millionen Euro ergibt.

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Das alles bezieht sich, wie erwähnt, auf den Neujahrstag 2012. Allerdings ist die Berechnung des kommunalen Vermögens zu einem bestimmten Zeitpunkt weitaus schwieriger, als nur einen Blick auf den aktuellen Kontostand zu werfen. Deshalb hat es entsprechend lange gedauert, die Eröffnungsbilanz zu erstellen. Künftig wird es ein bisschen einfacher, weil die Bilanz dann von Jahr zu Jahr fortgeschrieben wird.

Beim Aufstellen der Eröffnungsbilanz gab es außerdem unterschiedliche Bewertungskriterien, denn in der vorläufigen Eröffnungsbilanz vom Oktober 2012 hatte die Stadt Owen sich noch ein Gesamtvermögen in Höhe von 33,7 Millionen Euro errechnet. Der Unterschied der Summen ergibt sich daraus, dass im Landratsamt bei einer ersten Prüfung die Bilanzwerte des Eigenbetriebs „Abwasserbeseitigung“ wieder herausgerechnet und eigens dargestellt wurden. Auch dadurch kam es zu Verzögerungen bei der Eröffnungsbilanz, die der Gemeinderat nun also beschlossen hat.

Nachdem die Eröffnungsbilanz vorlag, konnte die Verwaltung den Ratsmitgliedern auch gleich die Jahresrechnung für das erste doppische Haushaltsjahr vorlegen. Bürgermeisterin Verena Grötzinger sprach von einem „hervorragenden Ergebnis“. Statt des ursprünglich ausgewiesenen Fehlbetrags in Höhe von 342 000 Euro habe die Stadt im Jahr 2012 einen Überschuss von 1,04 Millionen Euro erwirtschaftet. Zurückzuführen sei das in erster Linie auf Gewerbesteuermehreinnahmen in Höhe von 879 000 Euro. Aber auch die Einkommensteuer und die Finanzzuweisungen seien höher ausgefallen als eigentlich gedacht.

Zwar seien auf der anderen Seite auch die Umlagen gestiegen, vor allem bei der Gewerbesteuer. Aber in der Bilanzsumme ergibt sich dennoch eine deutliche Erhöhung um 1,1 Millionen Euro: Zum Jahresende liegt sie bei knapp 32 Millionen Euro.

Trotz des überraschend guten Ergebnisses stellte die Bürgermeisterin fest, dass die Stadt ihre Mehreinnahmen nicht gleich wieder ausgeben dürfe, „nur weil sie da sind“. Bei den „liquiden Mitteln“, die im alten Haushaltsrecht noch „Rücklage“ hießen, brauche man immer noch ein Polster. Einerseits seien in der Doppik auch die Abschreibungen zu erwirtschaften, wie Kämmerer Werner Kazmaier betonte. Und andererseits gilt nach wie vor, was Bürgermeisterin Grötzinger als Maxime in den Fokus rückte: „Wir müssen bei jeder Investition auch die Wirtschaftlichkeit betrachten und außerdem die Folgekosten berücksichtigen.“