Lokales

Erfolgszwang

Es ging nicht nur ums Thema Verkehr in der Stadtmitte in der Sitzung des Technischen Ausschusses. Es ging einmal mehr um die

IRENE STRIFLER

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bislang nicht gerade vom Glück begünstigte Baumaßnahme Tiefgarage Schweinemarkt. Im Rathaus ist der Erfolgsdruck, der auf dem Großprojekt lastet, naturgemäß besonders deutlich zu spüren: "Wir haben die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Tiefgarage angenommen wird", appellierte die Oberbürgermeisterin eindringlich an die Räte, oder auch: "Es wäre schlimm, wenn wir für fünf Millionen eine Garage bauten, die dann keiner benutzt."

Dass die Verwaltungsspitze Erkenntnisse aus gerade mal zwei Jahre alten Gutachten, deren Grundvoraussetzungen sich nicht geändert haben, neu interpretiert, stößt den altgedienten Räten sauer auf, macht es doch politisches Engagement gewissermaßen unkalkulierbar. Dennoch ist gut zu überlegen, ob auf einmal gefassten Beschlüssen aus Prinzip beharrt werden soll.

Erst mal abzuwarten und später nachzukorrigieren das kann sich Kirchheim nicht leisten. Die Garage muss ab der für Mai geplanten Öffnung täglich voll sein, ohne nervenzehrende Staus und Hupkonzerte am Alleenring. Nur dann kann die Einkaufsstadt Kirchheim wieder das werden, was sie einmal war. Aus dem Erfolgsdruck ist längst Erfolgszwang geworden.