Lokales

Erfrischender Vortrag des Nachwuchses

Die Verantwortlichen des Holzmadener Musikvereins präsentieren seit einigen Jahren ihrem Publikum im Rahmen ihres Frühjahrskonzertes mit Erfolg Blasorchester aus der unmittelbaren Umgebung. Dieses Mal hat der Auftritt des Oberstufen-Blasorchesters aus Bissingen maßgeblich dazu beigetragen, die Zuhörer in der gut besuchten Holzmadener Gemeindehalle aufs Beste zu unterhalten.

HOLZMADEN Ähnlich wie in den zurückliegenden Jahren wurde auch heuer wieder Blasmusik auf sehr hohem Niveau geboten. Für die Bissinger Musikerinnen und Musiker war es ein willkommener Probelauf für deren eigenes Konzert Ende April vor heimischer Kulisse.

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Dem Musikernachwuchs des Gastgebers mit ihrer musikalischen Leiterin Nicole Bauer blieb es vorbehalten, den Konzertabend zu eröffnen. "Music is my world" man hatte gleich zu Beginn den Eindruck, dass dieser Musiktitel von Kees Vlak die Gefühlswelt der jugendlichen Musikerinnen und Musiker angesichts ihres erfrischenden und engagierten Auftritts sehr treffend widerspiegelte. Nach der "Grand Canyon Overtüre" von James Swearingen leitete eine obligatorische Zugabe zu den Musikvorträgen des Holzmadener Blasorchesters mit ihrem Dirigenten Jürgen Reiß über.

Mit der "African Symphony" waren mit etwas Fantasie die Stimmen und Rhythmen Afrikas herauszuhören, die der Komponist mit seinem Werk verbunden hat. Inspiriert durch die schrecklichen Ereignisse des 11. September 2001 komponierte Steven Reineke bereits wenige Wochen später mit "Portrait of Freedom" ein beeindruckendes musikalisches Werk, das er als ein Tribut an den unbezwingbaren Geist Amerikas verstanden wissen wollte. Die Holzmadener Musiker und ihr Dirigent bewiesen beim Vortrag dieser anspruchsvollen Komposition großes Einfühlungsvermögen. Temperamentvoll und mitreißend entführten die Holzmadener Musiker ihr Publikum anschließend bei "Fluch der Karibik" in ein mitreißendes Abenteuerspektakel in die wilde Karibik. Eine interessante und variantenreiche Bearbeitung des Stückes "Der Karneval von Venedig" von Jean Baptise Arban ist Guido Henn mit seinem Arrangement "Karnewalzer" gelungen. Die Solisten Jochen Birk, Tuba, Michael Luik, Posaune, Jürgen Luik, Trompete, Karlheinz Bezler, Tenorhorn und Nicole Bauer, Klarinette, begeisterten dabei die Zuhörer mit unterschiedlichsten Variationen des bekannten Liedes "Mein Hut der hat drei Ecken", sodass erst nach einer Zugabe die Pause vor dem zweiten Programmteil eingeläutet werden konnte.

Dieser stand ganz im Zeichen des Bissinger Blasorchesters, das mit einem kleinen Handicap nach Holzmaden anreiste. Ihre erst vor wenigen Wochen neu verpflichtete Dirigentin Heidi Maier war verhindert. Erfreulicherweise fanden die Bissinger jedoch in dem früheren langjährigen Dirigenten Steffan Tarkövi eine hervorragende Alternative. Zum Auftakt wählten die Bissinger mit "Greensleeves" in der Blasorchester-Bearbeitung von Alfred Reed eine Melodie, die einst auch William Shakespeare in zwei seiner Stücke mitverarbeitete und in ihren Ursprüngen bis ins späte 14. Jahrhundert zurück geht, eine Melodie, die oft auch in der Weihnachtszeit bei uns zu hören ist. Über welch außergewöhnliche Solisten das Bissinger Blasorchester verfügt, offenbarte in beeindruckender Weise die Komposition "Concertpiece" von James Curnow. Den Solopart übernahm dabei Thomas Gölz, der die technisch sehr schwierig umzusetzenden Läufe souverän meisterte. "Persis", eine Fantasy-Overtüre über die uralte persische Stadt Persepolis, kündigte Thomas Gehler, der in sehr unterhaltsamer Weise die einzelnen Musikstücke der Bissinger beschrieb, als nächstes Konzertstück an. Durch die interessanten Erläuterungen der Musikstücke wurde das Gehörte für das Publikum bei den Musikvorträgen aller Blasorchester in verständlicher Weise quasi erlebbar gestaltet. Die "Slavonic Dances" von Elliot del Borgo, die sehr lebendig die Kraft und Leidenschaft des slawischen Bauernlebens musikalisch verkörpern, leiteten über zum letzten Konzertstück des Abends, "Army of the Nile", das Kenneth J. Alford in Würdigung an seine frühere Armee-Zeit in Ägypten während des 2. Weltkrieges komponierte.

Dieter Oberle, Vorsitzender des Holzmadener Musikvereins, überreichte als Dank für ein tolles Musikprogramm den drei Dirigenten des Abends ein Präsent. Viele Konzertbesucher nutzten beim anschließenden traditionellen Ständerling die Möglichkeit, den Abend bei kleinen Snacks und Getränken mit guten Gesprächen ausklingen zu lassen.

rw