Lokales

Erhöhung soll bleiben

13 Nürtinger Wirte haben sich zur Interessengemeinschaft der Straßencafébetreiber in der Nürtinger Innenstadt zusammengeschlossen und boykottieren die Gebührenerhöhung für Außenbewirtschaftung der Stadt. "Der Gemeinderat hat die Satzung in öffentlicher Sitzung einstimmig beschlossen", so Oberbürgermeister Otmar Heirich.

NÜRTINGEN Bei der Klausurtagung des Gemeinderats im Jahr 2003, so der Oberbürgermeister in einer Pressemitteilung, sei eine Änderung der Satzung über Erlaubnisse und Gebühren für Sondernutzungen an öffentlichen Straßen in Nürtingen einschließlich der Änderung des Gebührenverzeichnisses angeregt worden. Und diese Anregung sei in der Gemeinderatssitzung Ende Juni letzten Jahres beschlossen worden.

Anzeige

Im Klartext bedeutet dies für die Gastronomen, dass sie pro Quadratmeter Außenbewirtschaftung fünf Euro mehr bezahlen müssten. "Die Mehrbelastung für die einzelnen Gastronomen liegt zwischen fünf Euro und 300 Euro pro Freiluftsaison, die in Nürtingen vom 1. März bis 31. Oktober dauert", so Otmar Heirich. 300 Euro Mehrbelastung in acht Monaten machen 37,50 Euro im Monat, also gerade mal 1,25 Euro pro Tag. "Ich bin der Meinung, dass diese Beträge aufgerechnet auf die Saison zu vertreten sind", so Heirich.

Vor allem die größeren Betriebe würden schließlich auch von der Sperrzeitverkürzung profitierten, die es ihnen ermögliche, das Sommerwetter noch besser auszunutzen.

Die Stadt, so macht der Oberbürgermeister deutlich, werde von der Erhöhung vorerst keinen Abstand nehmen. Eine Aussprache zu diesem Thema sei frühestens in der nächsten Sitzung nach den Osterferien möglich und die ist am Dienstag, 5. April.

Die Aussage der Gastronomen, dass die Gebühren für die Außenbewirtschaftung überall niedriger seien als in Nürtingen, möchte der OB nicht so stehen lassen. Kirchheim beispielsweise verlangt für seinen günstigsten Bereich 31 Euro "so viel wie in Nürtingen der teuerste Bereich kostet."

Im Übrigen, so das Nürtinger Stadtoberhaupt, investiere die Stadtverwaltung viel Geld in die Begrünungsaktion der Innenstadt und habe gemeinsam mit ihren Partnern sehr viel zur Attraktivitätssteigerung beigetragen, und davon würden letzlich ja auch die Wirte profitieren. Die Gastronomen schaden sich nur selbst, wenn sie das schöne Wetter nicht nutzen, bedauert Oberbürgermeister Heirich den Biergartenboykott.

nz