Lokales

Erinnerung an die Menschenrechte

Die Menschenrechtsorganisation amnesty international gedenkt am Samstag, 9. Dezember, in der Kirchheimer Fußgängerzone der Erklärung der Menschenrechte sowie des Mordes an der russischen Journalistin Anna Politowskaja.

KIRCHHEIM Am morgigen Samstag, 9. Dezember, erinnert die Kirchheimer Gruppe der Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) mit einer Mahnwache, von 17 bis 18 Uhr in der Fußgängerzone, an den Mord der russischen Journalistin Anna Politowskaja. Die Kirchheimer ai-Gruppe lädt die Bevölkerung ein, sich zu beteiligen.

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Die Organisation gedenkt am "Tag der Menschenrechte", am Sonntag, 10. Dezember, der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte" im Jahr 1948 und damit an die unzähligen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die bis heute weltweit begangen werden.

Mit einem Lichterkranz am Rande des Weihnachtsmarktes will ai auf das Schicksal der russischen Journalistin aufmerksam machen, die in ihrem Moskauer Wohnhaus erschossen wurde. In ihren erschütternden Berichten und Interviews hatte sie das Leiden der tschetschenischen Bevölkerung dokumentiert. Sie kämpfte für die Wahrheit und gegen die Gleichgültigkeit nicht primär gegen Personen oder gegen eine politische Seite. amnesty international sieht in der Ermordung einen Angriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit, auf die Zivilgesellschaft und die Demokratie.

Die Kirchheimer ai-Gruppe unterstützt die Erklärung der Arbeitsgemeinschaft "Zivilgesellschaft" des sechsten Petersburger Dialogs, die wie folgt lautetet: "Der Mord an dieser führenden russischen Journalistin, deren Arbeit vor allem Menschenrechtsproblemen galt, erinnert uns mit besonderer Schärfe an die Verantwortung jedes Staates, Journalisten und Menschenrechtler vor Angriffen auf ihr Leben zu schützen und dafür zu sorgen, dass sie gute Arbeitsbedingungen haben. Der Staat muss sie nicht mögen oder Freundschaft mit ihnen pflegen, aber er hat die moralische, politische und rechtliche Verantwortung, für ihren Schutz und die freie Ausübung ihrer Tätigkeit zu sorgen. Die Rede- und Versammlungsfreiheit sind fundamentale Rechte, ohne die eine erfolgreiche und demokratische Entwicklung unserer Länder und ein deutsch-russischer Dialog im gegenseitigen Nutzen unmöglich werden. Wir rufen unsere Regierung auf, die Zusammenarbeit im Gebiet des Schutzes dieser Freiheiten zu verstärken, und erklären, dass wir, die Vertreter von Nichtregierungsorganisationen, unsere Zusammenarbeit in diesem Gebiet intensivieren werden. Auf diese Weise können wir Anna Politowskajas am besten gedenken."

pm