Lokales

Erinnerung an tragischen Flugzeugabsturz

Gedenkstein im Lindorfer Wald weist auf Unglück vom Pfingstsonntag 1966 hin

Ein Gedenkstein im Lindorfer Wald erinnert an einen tragischen Flugzeugabsturz, der sich am Pfingstsonntag 1966 ereignete. Bei dem Unglück starben vier Menschen.

Norbert Häuser

Kirchheim. 80 Ehrenamtliche haben es sich unter Federführung des Kreisarchivs zur Aufgabe gemacht, Kleindenkmale im Landkreis Esslingen zu erfassen und zu beschreiben – dazu gehören auch Gedenksteine. Viele dieser Steine erinnern an verdienstvolle Persönlichkeiten oder an bedeutende historische Ereignisse; manche lassen jedoch auch auf tragische Begebenheiten zurückblicken, bei denen Menschen zu Tode kamen.

Kurt Häberle aus Wendlingen hat einen Gedenkstein erfasst und dokumentiert, der an ein schlimmes Unglück am Pfingstsonntag des Jahres 1966 erinnert: An diesem Tag war ein Sportflugzeug im Rübholz südlich der Autobahn in der Nähe von Lindorf zerschellt.

„Vier Heidenheimer flogen in den Tod“ – so titelten damals die Heidenheimer Stadtnachrichten. Der Zahnarzt Dr. Günther Madlinger – er galt als sicherer und zuverlässiger Pilot–, der Tierarzt Dr. Friedrich, der Designer Heinz Geyer und der Bezirksleiter der Kreisbau Heidenheim, Hans Otto Munz, waren am Morgen des Pfingstsonntags von Giengen aus zu einem Flug nach Nizza zu einem Wochenendurlaub gestartet. Auf dem Stuttgarter Flughafen wollten sie zwischenlanden, um die vorgeschriebenen Zollformalitäten zu erledigen.

Das Flugzeug vom Typ „Bölkow 207“ hatte bereits Funkverbindung mit dem Kontrollturm des Flughafens in Echterdingen aufgenommen, von dort jedoch keine Landeerlaubnis erhalten, weil wegen der schlechten Wetterverhältnisse eine Landung auf Sicht nicht möglich war. Wenig später riss die Funkverbindung ab. Im tückischen Nebel war das Flugzeug abgestürzt.

Im Nebel die Orientierung verloren

Im Bericht des Teckboten war vermutet worden, dass der Pilot wohl den Kirchheimer Flughafen Hahnweide hatte anfliegen wollen, dass er aber im Nebel die Orientierung verloren habe. Wahrscheinlich konzentrierte er sich auf den Autobahnverlauf, erkannte dabei zu spät den Anstieg der Straße und streifte bei einer Sicht von „schätzungsweise kaum mehr als 50 Metern“ einen Baum, sodass die linke Tragfläche abriss.

Das Flugzeugwrack wurde erst am Morgen des Pfingstmontags von einem Spaziergänger im Lindorfer Wald entdeckt. Die Unglücksstelle bot ein Bild des Grauens: Das abstürzende Flugzeug hatte eine Schneise in den Wald geschlagen und sich dort überschlagen. Die vier Insassen aus Heidenheim müssen sofort tot gewesen sein.

Der Gedenkstein im Lindorfer Wald ist schlicht, er nennt die Namen der Toten sowie das Absturzdatum. Leider ließ sich nicht mehr klären, wer die Aufstellung des Gedenksteins an der Unglücksstelle seinerzeit veranlasst hatte. Es ist aber anzunehmen, dass es sich dabei um Verwandte oder Freunde handelte.

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