Lokales

Erinnerungen an die gute alte Zeit

Mit "Herbei, o ihr Gläubigen" und "Süßer die Glocken nie klingen" in einer Bearbeitung von Professor Rolf Hempel begann im festlich geschmückten Lindorfer Bürgerhaus die Jahresfeier des Kirchheimer Liederkranzes 1826.

KIRCHHEIM Bei der Jahresfeier konnte der Vorsitzende Reinhold Geier den Präsidenten des Karl-Pfaff-Gaus, Udo Goldmann, begrüßen. Auf der Tagesordnung standen zunächst Ehrungen. Für 40 Jahre aktive oder fördernde Mitgliedschaft wurden Ottmar Deininger, Gertrud Pflüger, Hilde Rall und Alfred Scheu durch den Vorsitzenden geehrt. Max Frey und Rudi Kiedaisch blicken auf 60 Jahre ehemals aktive und jetzt fördernde Zugehörigkeit beim Liederkranz zurück, wobei Max Frey auch ab und zu auch stimmlich noch "aushilft". Außergewöhnlich ist die 60-jährige Mitgliedschaft von Albert Löffel. Sein Wohnsitz ist seit Jahrzehnten die Stadt Malabar in Australien. Trotz der großen Entfernung ist er dem Liederkranz treu geblieben. Bei der Feier war er verständlicherweise aber nicht dabei.

Anzeige

Für 30 Jahre Singen im Chor wurde Brigitte Ruch durch den Gau-Präsidenten mit der Karl-Pfaff-Brosche mit Urkunde ausgezeichnet. In den 30 Jahren ihrer Mitgliedschaft hat Brigitte Ruch seit 23 Jahren die Kassengeschäfte im Verein unter sich.

Für 60 Jahre aktive Zeit im Verein durfte Walter Däschler sich von Gau-Präsident Udo Goldmann die goldene Nadel des Deutschen Chorverbandes an sein Revers stecken lassen und die Urkunde dafür in Empfang nehmen. Walter Däschler begann mit 17 Jahren das Singen im Chor beim Liederkranz Owen. Der Kirchheimer Liederkranz wurde nach einem Umzug seine zweite sängerische Heimat sowohl im erweiterten Doppelquartett als auch im Männer- und Gemischten Chor hat er seine gute Tenorstimme eingebracht.

Der Gemischte Chor bedankte sich bei allen Jubilaren mit dem Lied "Glücklich die Stunden, festlich der Tag". Nach dem offiziellen Teil wurden die Kinder von der Märchentante Ruth Mössner begrüßt und unterhalten. Mit launigen Vorträgen von Gedichten und Geschichten durch Vereinsmitglieder ging die Zeit rasch vorbei. Ob geliehener Weihnachtsbaum oder eine unter Betäubung stehende Weihnachtsgans, die gerupft wurde, und ihr weiteres Dasein mit einem Pullover verbringen musste es war für alle etwas dabei.

Weihnachtliche Lieder, gemeinsam gesungen oder auch vom Gemischten Chor unter der Leitung von Professor Rolf Hempel vorgetragen, gehören im Advent selbstverständlich dazu. Als letzte große Überraschung begab sich das fördernde Mitglied Fritz Matt noch ans Mikrofon und ließ in einem selbst verfassten Gedicht die alte Oberamtsstadt Kirchheim aus seiner Erinnerung heraus Revue passieren.

Fritz Matt erinnerte die Besucher der Jahresfeier an den "Goldenen Adler" mit dem bekannten Adler-Saal, an die Zeit der Bächle in der Marktstraße und an viele andere Dinge und Begebenheiten aus einer Zeit, in der die amtlichen Mitteilungen noch durch den "Büttel" mit der Schelle bekannt gegeben wurden.

ml