Lokales

Erleichterung für Arbeitgeber

Der Verwaltungsaufwand bei der Abrechnung der Beiträge zur Sozialversicherung wird sich jetzt für viele Betriebe deutlich verringern. Eine entsprechende Gesetzesänderung macht dies möglich.

KREIS ESSLINGEN Von dieser Neuregelung profitieren insbesondere Handwerksbetriebe und mittelständische Unternehmen, die bei der Abrechnung der Beiträge zur Sozialversicherung regelmäßig Änderungen durch Mitarbeiterwechsel oder variable Entgeltbestandteile berücksichtigen müssen. Darauf weist Albrecht Mayer, Geschäftsführer der Innungskrankenkasse (IKK) Esslingen-Nürtingen hin.

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Mit dem neuen Gesetz wird das seit Jahresbeginn geltende arbeitsaufwendige Gesetz zur vorgezogenen Fälligkeit der Beiträge enorm entschärft. Viele Arbeitgeber haben nun endlich die Möglichkeit zu einer vereinfachten pauschalen Abschlagszahlung. Mit dem pauschalierten Verfahren können sie die Entgeltabrechnung insgesamt auf einen Termin im Monat konzentrieren.

Die Neuregelung: Der Arbeitgeber kann den Betrag des Vormonats als pauschale Abschlagszahlung an die Sozialversicherung überweisen, sofern Änderungen der Beitragsabrechnung regelmäßig durch Mitarbeiterwechsel oder variable Entgeltbestandteile dies erfordern. Das heißt, regelmäßige Mitarbeiterwechsel und variable Entgeltbestandteile müssen dann bei der Berechnung nicht mehr berücksichtigt werden. Im Folgemonat wird der Ausgleich zwischen der Pauschalzahlung und der tatsächlichen Beitragsschuld vorgenommen. Der verbleibende Restbetrag ist zum drittletzten Bankarbeitstag des Folgemonats fällig.

Von der Neuregelung unberührt bleiben hingegen Einmalzahlungen, wie beispielsweise Urlaubs- oder Weihnachtsgeld. Beiträge aus einmalig gezahltem Arbeitsentgelt werden nach wie vor in dem Monat fällig, in dem es auch ausgezahlt werden soll. Das gilt auch dann, wenn die Einmalzahlung zwar noch in dem laufenden Monat, aber erst nach dem entsprechenden Fälligkeitstermin gezahlt wird.

Zum Hintergrund der Neuregelung: Seit dem 1. Januar 2006 ist das Gesetz zur vorgezogenen Fälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge in Kraft. Die Regelung kennt innerhalb eines Kalendermonats nur einen Fälligkeitstag. Dadurch müssen Arbeitgeber seit Beginn dieses Jahres einige Punkte bei der Abrechnung der Sozialversicherungsbeiträge beachten.

Für Beiträge, die nach dem Arbeitsentgelt bemessen werden, gilt: Sie sind in voraussichtlicher Höhe der Beitragsschuld spätestens am drittletzten Bankarbeitstag des Monats fällig, in dem die Beschäftigung ausgeübt wird oder als ausgeübt gilt und ein verbleibender Restbeitrag wird zum drittletzten Bankarbeitstag des Folgemonats fällig.

Die voraussichtliche Höhe der Beitragsschuld musste bislang so bemessen werden, dass ein Restbetrag, der im Folgemonat fällig wird, so gering wie möglich bleibt. Mit der Folge, dass das Beitragssoll jeden Monat neu berechnet werden musste. Besonders für Betriebe mit vielen Mitarbeiterwechseln und für Betriebe, die regelmäßig variable Entgeltbestandteile berücksichtigen müssen, bedeutete die bisherige Regelung einen erheblichen bürokratischen Aufwand.

pm