Lokales

Eröffnung des Vitalcenters Ende Januar 2006

Der Bau des Vitalcenters beim Krankenhaus in Ostfildern-Ruit liegt im Zeitplan. Davon überzeugte sich der kreisrätliche Betriebsausschuss Krankenhaus in jüngster Sitzung vor Ort. Die Einweihung des Zentrums für Prävention, Physiotherapie und Rehabilitation ist für den 27. Januar 2006 vorgesehen. Angekündigt hat sich dazu auch Baden-Württembergs Sozialminister Andreas Renner.

ANKE KIRSAMMER

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KREIS ESSLINGEN "Was hier entsteht ist nicht zu verwechseln mit einem Wellness- oder Fitness-Zentrum", stellte Krankenhausdirektor Bernt Rommel während des Rundgangs durch den Neubau klar. Auch wenn dem Thema Wellness mit Sauna und Dampfbad eine Nische gewidmet ist ein Schwerpunkt des Centers liegt in Angeboten zur ambulanten beziehungsweise prästationären Rehabilitation. Mit Hilfe einer ausgefeilten Software kann an den Geräten künftig unter anderem die Intensität der Übungen für die einzelnen Patienten passgenau gesteuert werden. Auch soll im Anschluss an die Behandlung geprüft werden, was dem Patienten tatsächlich geholfen hat. Der Genesung dienen könnte auch das mediterrane Flair, ansatzweise bereits erkennbar in den mit Bambusparkett ausgelegten Gruppenräumen für die Knie- und Hüftschule "weit weg von dem, was man mit Krankenhaus-Atmosphäre im Allgemeinen verbindet", so Bernt Rommel.

Der ambulante Reha-Bereich helfe dem Krankenhaus, sich zu positionieren, machte Landrat Heinz Eininger klar. "Die Kassen können Kosten sparen, weil im Regelfall keine aufwändigen stationären Reha-Maßnahmen mehr notwendig sein werden."

Ergotherapeuten und Logopäden für Schlaganfallpatienten werden in dem Vitalcenter ebenso angestellt sein wie Psychologen und Ernährungsberater. Angedacht sind auch Hausbesuche von Mitarbeitern.

Damit Menschen mit Risikofaktoren gar nicht erst zu Diabetikern oder Herzpatienten werden, kommt dem präventiven Bereich eine große Bedeutung zu. Geplant ist eine enge Zusammenarbeit mit dem TV Nellingen. Partner sind außerdem die AOK und niedergelassene Ärzte.

Vom Vitalcenter profitieren soll auch das am Paracelsus-Krankenhaus angesiedelte Eltern-Kind-Seminar. Schon bisher werden Schwangere in Ruit rundum betreut. Aboluter Renner ist Babyschwimmen. Die Anstrengungen in diesem Bereich haben sich auch finanziell für das Krankenhaus gelohnt. Seit 1997 ist die Geburtenzahl im Paracelsus-Krankenhaus von 800 auf 1200 pro Jahr gestiegen.

Im Anschluss an den Rundgang befasste sich das Gremium mit der Einrichtung von Interimsparkplätzen auf einer Grünfläche am Paracelsus-Krankenhaus in der Nähe des Haupteingangs. Die Kosten für die provisorisch, mit Kunststoffgittern angelegten Stellflächen, belaufen sich auf rund 85 000 Euro. Bereits jetzt haben Besucher und Patienten, die ambulant behandelt werden, mitunter Not, einen Parkplatz zu ergattern. Mit der erwarteten Frequentierung des Vitalcenters wird sich die Situation im kommenden Jahr verschärfen. Zudem fallen während der Bauzeit des Gesundheitszentrums am Paracelsus-Krankenhaus rund 60 Parkplätze weg. Landrat Eininger geht davon aus, dass mit den vorübergehend angelegten Parkplätzen vier bis fünf Jahre überbrückt werden müssen. Das genaue Raumprogramm des Gesundheitszentrums und die Umsetzung stehen noch nicht fest. Wie der Kreisverwaltungschef sagte, soll die Machbarkeit von einer Handvoll Architekten dargestellt werden. Mit einer Enscheidung rechnet er im ersten Quartal 2006. Dem Bau der Interimsparkpläze stimmte der Betriebsausschuss zu.