Lokales

Eröffnung mit kleiner Verspätung

Bauarbeiten an der Plochinger Steige in Kirchheim gehen dem Ende entgegen

Am Montag, 15. Dezember, wird die Plochinger Steige voraussichtlich wieder für den Verkehr freigegeben. Bis dahin sollen die Arbeiten bis auf den Kreuzungsbereich an der Kitteneshalde abgeschlossen sein.

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Iris Häfner

Kirchheim. Zurzeit legen die Arbeiter letzte Hand an der Baustelle der L 1207 zwischen Ortsausgang Kirchheim und Abzweig Hohenreisach an. So wird beispielsweise das Erdreich hinter den Stützmauern mit schwerem Gerät verdichtet, an den Schächten gearbeitet und die Leitplanken für 1 000 Meter entlang der Straße verteilt. Letz­tere sind dringend nötig, denn teilweise geht es nach der Sanierung meh­rere Meter senkrecht nach unten. „Wegen der geologisch schwierigen Verhältnisse haben sich die Arbeiten um etwa zwei Wochen verzögert“, sagt David Bösinger, Pressereferent beim Regierungspräsidium Stuttgart. Um die Standfestigkeit der Straße zu sichern, waren zusätzliche Stützvorrichtungen nötig geworden, die entsprechend zeitaufwendig waren. Aus diesem Grund wurde die Maßnahme auch teurer als geplant: Statt 2,2 Millionen Euro kostet die Sanierung nun rund 3 Millionen Euro.

„Die Baustelle ist prima gelaufen, wenn man bedenkt, wie viele Maßnahmen wir auf engstem Raum innerhalb kürzester Zeit teilweise gleichzeitig durchgezogen haben“, sagt Lothar Söllinger, Polier bei der Firma Kirchhof. Für ihn ist es keine Sanierung der Plochinger Steige, sondern ein Neubau. Täglich war er auf der Baustelle und konnte sich vom Fortschritt überzeugen. Die Straße hielt die eine oder andere Überraschung für Planer und Arbeiter bereit. So brauchte es beispielsweise mehr Fundamente und Beton für die Stützmauern als geplant. „All das zusammen führte zu der leichten Verzögerung“, so Lothar Söllinger.

Bevor die Straßenbauer allerdings mit ihrer eigentlichen Arbeit beginnen konnten, waren sie als Müllsammler und -entsorger tätig. „Die Böschung Richtung Ötlinger Halde runter war eine Müllhalde“, erinnert sich nicht nur der Polier. Von der Plastiktüte bis zum Computer war hier eine reichhaltige Palette der Wegwerfgesellschaft zu finden. Die Hoffnung, dass sich dies nach der Freigabe nicht wiederholt, ist gering. Lothar Söllinger befürchtet zudem, dass sich Ähnliches auf dem neu entstandenen Parkplatz abspielt. Dieser befindet sich auf der alten Trasse an der einstigen großen Kurve, die nun entschärft ist. Nichtsdestotrotz spricht der Polier von einer schönen Baustelle. Ihn interessierte dabei weniger die herrliche Aussicht auf Kirchheim und die Teck, als vielmehr die verkehrsfreie Arbeit – im Vergleich zu den üblichen Autobahnbaustellen war hier ein entspannteres Arbeiten möglich.

Nun hoffen alle Beteiligten auf milde Temperaturen in den nächsten Tagen, damit der vier Zentimeter dicke Feinbelag wie geplant am 10. Dezember aufgebracht werden kann. „Die Meteorologen sprechen von wärmeren Temperaturen in den nächsten Tagen“, gibt sich Lothar Söllinger optimistisch. Allein der Kreuzungsbereich am Fuß der Steige ist dann noch nicht endgültig fertig und bleibt in diesem Zustand den Winter über. David Bösinger spricht in diesem Zusammenhang von kleinen Behinderungen für den Verkehr, da es an den Übergangsstellen „hoppeln“ wird. Die Arbeiten werden im kommenden Jahr im fließenden Verkehr nachgeholt. „Dabei ist nur mit kleineren Behinderungen zu rechnen“, so der Pressesprecher. Erleichtert über die Öffnung der Plochinger Steige sind vor allem die Gemeinde Notzingen und die Anlieger von Haarlet und Würstlesberg in Kirch­heim. Der gesamte Umleitungsverkehr wurde über diese Strecke durchgeschleust. In der Folge kam es regelmäßig zu Rückstaus und langen Wartezeiten beim Einbiegen.