Lokales

"Erschreckend genug"

Mit einem breiten Themenspektrum hatte sich der Schlierbacher Gemeinderat in seiner ersten Sitzung im neuen Jahr zu beschäftigen. Neben dem Dauerbrenner "Vogelschutzgebiete" standen auch Beschlussfassungen für Ausschreibungen auf der Tagesordnung. Das Gremium machte zudem den Weg für einen verkaufsoffenen Sonntag im Rahmen der im Mai geplanten Gewerbeschau frei.

VOLKMAR SCHREIER

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SCHLIERBACH Erneut hatte sich das Schlierbacher Ratsgremium mit Halsbandschnäpper und Co. zu beschäftigen. Nachdem die Gemeinde bereits in der ersten Stufe des Beteiligungsverfahrens etliche Einwendungen gegen die Planungen erhoben hatte, waren die Anregungen größtenteils aufgegriffen und umgesetzt worden. Dem derzeitigen Planungsstand zufolge sollen noch 323 Hektar der Schlierbacher Gemarkung als Vogelschutzgebiet ausgewiesen werden. "Was wir nun sehen, ist erschreckend genug", ging Bürgermeister Paul Schmid auf das Ausmaß der verbleibenden Schutzgebietsfläche ein.

Immerhin habe Schlierbach bereits einige Verbesserungen erreicht und so die Chancen für die zukünftige räumliche Entwicklung der Gemeinde gewahrt, verdeutlichte der Rathauschef. Nun möchte die Verwaltung im Rahmen der zweiten Stufe des Beteiligungsverfahrens noch einige Detailänderungen durchsetzen.

Beispielsweise soll nach Möglichkeit im Bereich Dobel/Hungerberg das Vogelschutzgebiet um etwa 0,3 Hektar und im Bereich Seestraße/Schlat um etwa 0,6 Hektar verkleinert werden. So würde die Gemeinde bei zukünftigen Baugebietserweiterungen nicht mit dem Vogelschutzgebiet in Konflikt geraten.

Einstimmig beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung, Einwendung gegen das geplante Vogelschutzgebiet zu erheben.

Nicht ganz dagegen ging der Plan von Bürgermeister Schmid auf, nun zügig die Ausschreibung verschiedener Vorhaben anzugehen. Zwar herrschte bei den Beratungen im vergangenen Jahr zu den Themen Erschließung der Gewerbegebietserweiterung, Hütte am See, Fotovoltaikanlage auf der Sporthalle und der Sanierung der Schulfassade Einigkeit im Rat, diese Vorhaben im Jahr 2007 anzugehen, so denn die Finanzierung gewährleistet sei. Dennoch erschien es den Gemeinderäten nun aber nicht mehr opportun, die Gemeindeverwaltung pauschal mit der Ausschreibung der Projekte zu beauftragen.

"Wir wollen keinen Blanko-Scheck ausstellen", sagte Kurt Moll von der CDU. Auch Jörn Feldsieper von den Freien Wählern wollte sich nochmals genauer mit den einzelnen Vorhaben beschäftigen: "Uns fehlen die Hintergrundinformationen." Folgerichtig beschloss der Gemeinderat, den Tagesordnungspunkt auf die kommende Sitzung zu vertagen und bis dahin die Einzelvorhaben nochmals im Technischen Ausschuss zu beraten.

Verkaufsoffener SonntagAuf ein positives Echo stieß der Vorschlag der Gemeindeverwaltung, während der geplanten Gewerbeschau, die am 12. und 13. Mai im Gewerbegebiet stattfindet, einen verkaufsoffenen Sonntag anzubieten: Der Gemeinderat genehmigte diesen Plan einstimmig.

Rund zwanzig Aussteller aus den Reihen der Schlierbacher Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe werden dem aktuellen Planungsstand zufolge ihre Produkte und Angebote vorstellen. Auch die Gemeinde selbst, so die Anregung aus dem Ratsrund, soll sich bei der Schau präsentieren. Bürgermeister Paul Schmid sagte eine Prüfung einer Gemeindebeteiligung zu.