Lokales

"Erst blauer Dunst, dann blaues Wunder?"

Immer früher greifen Kinder und Jugendliche zu Alkohol und Nikotin. Suchtrisiken und Anfälligkeit für Rauschgifte wachsen. Kinder und Jugendliche werden schon früh mit Alltagsdrogen konfrontiert. Egal ob wir uns auf Geburtstagen, Partys, Jubiläumsfeiern oder sonstigen gesellschaftlichen Veranstaltungen befinden, überall begegnen wir Alkohol und Nikotin.

KREIS ESSLINGEN Unsere Gesellschaft benutzt Alkohol nicht nur zum Feiern, sondern auch zum Entspannen, bei Stress oder Kummer, nach erfolgreichem Sport, vor dem Essen, zum Essen oder nach dem Essen. Die Neugier der Kinder und Jugendlichen wächst und früher oder später probieren sie Alkohol und Nikotin selbst aus. Eine entscheidende Rolle spielen Freunde, Verwandte oder Vorbilder, denn konsumieren diese legale Drogen, wächst das Bedürfnis, es selbst auch zu probieren. Kinder und Jugendliche lernen von den Erwachsenen auch den Umgang mit legalen Drogen. Je früher und intensiver Kinder und Jugendliche legale Drogen konsumieren, desto höher ist die Anfälligkeit, dass sie später auch zu illegalen Drogen greifen.

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Das Jugendschutzgesetz (JuSchG) will Kinder und Jugendliche in der Öffentlichkeit schützen. Dazu gehören Bestimmungen, die den Umgang mit den Alltagsdrogen Nikotin und Alkohol regeln. An Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen Zigaretten und jeglicher Alkohol weder abgegeben noch darf ihnen der Konsum in der Öffentlichkeit gestattet werden. Jugendliche wissen zumeist genau, bis zu welchem Alter der Konsum und Kauf für sie untersagt ist. Gelangen Alkohol und Zigaretten dennoch in ihre Hände, ist dies oft Nachlässigkeit oder falsches Verhalten von Erwachsenen.

Mitverantwortlich für den früheren Alkoholkonsum ist ein verändertes Angebot alkoholischer Getränke, das bevorzugt ein junges Publikum anspricht. Vor allem bei den 14- bis 17-Jährigen sind die so genannten Alkopops hoch im Trend, obwohl der Verkauf solcher Getränke an diese Altersgruppe verboten ist. Neuerdings versuchen manche Hersteller, die auf diese Getränke neu erhobene Sondersteuer in der Weise zu umgehen, dass sie so genannte "Tüten-Alkopops" auf den Markt bringen. Es handelt sich hierbei um brausepulverähnliche Substanzen, aus denen durch Aufgießen mit Wasser Alkopop-Drinks entstehen eine Variante, die Kindern und Jugendlichen einen noch einfacheren Zugriff ermöglicht.

Untersuchungen des Tabakkonsums der 12- bis 15-jährigen zeigen, dass der Anteil der Raucher sowohl bei den männlichen als auch bei den weiblichen Jugendlichen steigt. Einen Großteil trägt der Freundeskreis der Jugendlichen dazu bei, da eine dort vorhandene positive Einstellung zum Rauchen eigene Zurückhaltung oder Bedenken verdrängt.

Tipps der Polizei: Treffen Sie mit Ihrem Kind Regelungen zum Umgang mit Alkohol und Nikotin.

Machen Sie Ihrem Kind die Risiken deutlich. Das so genannte "Koma-Saufen" oder "binge-drinking" ist kein geselliger Zeitvertreib, sondern ein Spiel mit dem Tod.

Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, dass der Konsum von Nikotin grundsätzlich schädlich ist. Tabak enthält zahlreiche Stoffe, die nachweislich krebserregend sind.

Eine positive Einstellung zur Gesundheit verringert die Konsum- und Suchtrisiken für Kinder und Jugendliche. Geben Sie Ihrem Kind mit Ihrer Erziehung die Anreize, die es braucht um stark und selbstbewusst "Nein" zu Drogen zu sagen.

Die Polizeidirektion Esslingen hat zusammen mit dem Landratsamt Esslingen bereits im letzten Jahr die landkreisweite Aktion unter dem Motto "Jugendschutz geht uns alle an" gestartet. Infoflyer und Informationen für Eltern und Jugendliche sowie für Veranstalter zum Thema Jugendschutz, Alcopops und Suchtvorbeugung gibt es bei der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle unter Telefon 07 11/39 90-130, E-Mail: kbst@pdes.bwl.de und bei der Suchtbeauftragten des Landkreises Esslingen unter Telefon 07 11/39 02-25 71, E-Mail: LRA@landkreis-esslingen.de

Weitere Informationen und Tipps findet man in den Broschüren "Rauschgift ohne mich" und "So schützen Sie Ihr Kind vor Drogen", die man bei jeder Polizeidienststelle erhält sowie im Internet: www.polizei-bw.de.

lp