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Erstaunlich, dieses Erstaunen

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Zum Artikel "Verpachtungs-Vorschlag sorgt in Ötlingen für Unruhe Eine erstaunliche Empfehlung."

Es ist bemerkenswert, wie erstaunt die Fraktion der Ötlinger Bürgerinitiative (ÖBI) über die Empfehlungen des Gemeinderats zur weiteren Nutzung der Eduard-Mörike-Halle ist. Dabei standen die Zeichen schon seit letztem Jahr auf Sturm. Genügend Warnungen, auch von unserer Fraktion, hat es gegeben. Gegensteuern wollte man allerdings nicht. Man hielt es nicht einmal für notwendig, nach der geplatzten Hauhaltsverabschiedung die eigenen Positionen zum Haushalt zu überdenken, geschweige denn, dies in einer Ortschaftsratssitzung danach zu thematisieren. Die Haltung der ÖBI und vor allem die ihres Vorsitzenden blieb, wie sie war: Die Stadt hat uns das Geld für die Sanierung zu geben und Schluss. Woher aber dieses Geld in der jetzigen Situation kommen sollte, die Frage wurde nicht beantwortet. Im Haushalt gibt es genügend Luft, da lässt sich immer was machen, so die stereotype Reaktion des Ortsvorstehers. Man sei in den letzten Jahren immer benachteiligt worden, die Stadt hat kein Interesse am Ortsteil Ötlingen, deshalb wären jetzt wir dran.

Mit dieser Position lassen sich nur schwer Mehrheiten finden. Erst nach heftigem Drängen von Seiten unserer Fraktion war man bereit, das Gespräch mit den Gemeinderatsfraktionen zu suchen. Das Anliegen, die Halle zu erhalten, liegt vor allem auf unserer Seite und wir müssen unserer Aufgabe nachkommen, die Halle weiterhin für alle Ötlinger Bürger nutzbar zu halten. Auf welche Art und Weise, darüber muss diskutiert werden. Es sollte jedoch jede Möglichkeit in Betracht gezogen werden. Mit der Vogel-Strauß-Taktik der ÖBI-Fraktion bleibt uns vermutlich nur noch, die Halle in naher Zukunft abzureißen. Die fetten Jahre sind vorbei, ob man das nun wahrhaben will oder nicht.

Steffen Opferkuch

CDU-Ortschaftsrat

Ötlingen, Johannes-Kepler-Straße

BeispielhafteEigeninitiative

Zum Artikel "Der Treffpunkt für allein erziehende Menschen steht vor dem Aus", vom 5. März:

Als Mitinitiatoren der seit Anfang Januar auch in Kirchheim stattfindenden Montagsaktion gegen Hartz IV möchten wir den allein Erziehenden von "Tram" unsere Solidarität zeigen und Mut machen. Diese Institution ist beispielhaft für die Eigeninitiative der Menschen und wie sie aus der Not heraus durch den Aufbau von einem Netzwerk sich gegenseitig helfen. Gleichzeitig werden gesellschaftliche Aufgaben wie die Ganztagsbetreuung der Kinder auf die allein erziehenden Eltern abgeschoben, und sie sind nicht in der Lage, sich einen anständig bezahlten Job zu suchen. Im Gegenteil, das bürokratische Wirrwarr der so genannten neuen Grundsicherung Hartz IV untergräbt ihre wirtschaftliche Basis und ist menschenunwürdig.

Dass 20 Prozent aller Kinder in Kirchheim bei einem allein erziehenden Elternteil leben, hat uns total überrascht. Wir wollen Parteien, Initiativen und Institutionen auffordern, Farbe zu bekennen und sich für ein familienfreundliches Kirchheim einzusetzen und "Tram" in ihrer Forderung nach finanzieller Bezuschussung zu unterstützen. Das Argument, es sei kein Geld da, lassen wir nicht gelten. Es ist immer die gleiche Leier: Für Projekte, die angeblich die Konkurrenzfähigkeit der Region fördern und in der Folge Arbeitsplätze schaffen sollen, werden Millionen locker gemacht. Dass das nicht funktioniert, zeigen die angekündigten Entlassungen der letzten Monate im Kreis Esslingen. Auch für das Schweinemarkt-Areal müssen sich die Investitionen lohnen. Wir bezweifeln, dass diese Hoffnung in Erfüllung geht, weil die Euros in den Taschen von uns Normalverdienern und Arbeitslosen immer weniger werden. Das Beispiel von "Tram" hat uns auf jeden Fall in der Überzeugung bestärkt, Politik nach dem zu beurteilen, wie sie Kinder und Jugendliche behandelt und fördert, denn sie sind unsere Zukunft.

Dieter Rupp und Ingrid Behnke

Beuren, Panoramaweg

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