Lokales

Erste Bürgermeisterin in Hall

Gemeinderat von Schwäbisch Hall wählt Bettina Wilhelm mit großer Mehrheit

Bettina Wilhelm ist mit deutlicher Mehrheit zur Ersten Bürgermeisterin in Schwäbisch Hall gewählt worden. Ihr neues Amt wird die 44-Jährige Anfang April antreten. Die Stadt Kirchheim muss sich bis dahin um die Nachfolge der Leiterin des Geschäftskreises Kultur und Soziales kümmern.

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Andreas Volz

Kirchheim. Von 36 Stimmen, die bei der Wahl im Haller Gemeinderat zu vergeben waren, hat Bettina Wilhelm 32 erhalten. Ihr Mitbewerber hat nur drei Stimmen bekommen. Ein Ratsmitglied hat sich der Stimme enthalten. Ein dritter Kandidat, der es bis in die Schlussrunde des Auswahlverfahrens gebracht hatte, zog seine Bewerbung noch vor der Gemeinderatssitzung zurück. Ausgeschrieben war die Stelle für einen Geschäftskreis, zu dem die Aufgabengebiete „Jugend, Schule und Soziales“, „Kultur“, „Bürgerdienste und Ordnung“, „Ortschaften“ und „Vereinswesen“ gehören. Diese Aufgabenbereiche waren nach dem Weggang des bisherigen Ersten Bürgermeisters im Gemeinderat der Festspielstadt neu zusammengestellt worden.

Für einen großen Teil dieser Aufgaben ist Bettina Wilhelm seit zweieinhalb Jahren schon in Kirchheim zuständig – in ihrer Eigenschaft als Leiterin des Geschäftskreises Kultur und Soziales und als Leiterin des Amts für Bildung, Kultur und Sport. Diese Aufgabe in der Teckstadt wird sie in wenigen Monaten wieder abgeben. Nach ihrer überzeugenden Wahl stellte Bettina Wilhelm ihrem künftigen Chef, dem Haller Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim, den 1. März als Dienstantrittsdatum in Aussicht. Unmittelbar nach der Wahl hat sie eine dreiwöchige Urlaubsreise nach Südamerika angetreten, sodass sie für ein Pressegespräch nicht mehr zur Verfügung stand.

Bettina Wilhelms Kirchheimer Chefin, Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker, sagte gestern allerdings am Telefon, dass sie mit ihrem Kollegen in Schwäbisch Hall vereinbart hat, den Antrittstermin noch um einen Monat nach hinten zu verschieben. Demnach wird Bettina Wilhelm also zum 1. April an den Kocher wechseln.

In Kirchheim gebe es bis dahin noch einiges zu erledigen, deutete Angelika Matt-Heidecker gestern an: die Schul- und Sportentwicklungsplanung und vor allem die Thematik Kindergarten. Sie selbst wusste von der Bewerbung ihrer Geschäftskreis- und Amtsleiterin in Schwäbisch Hall und war deshalb auch nicht sonderlich überrascht von der Wahl. Trotzdem kommt ihr der Zeitpunkt angesichts der anstehenden Aufgaben nicht gerade gelegen: „Es ist keine Frage, dass jemand weiterkommen und in höherer Verantwortung arbeiten möchte. Es gibt aber auch die Verantwortung für das, was man woanders angefangen hat.“

Um diese Dinge zu regeln, sei ein weiterer Monat Dienstzeit Bettina Wilhelms in Kirchheim dringend nötig, zumal durch den aktuellen dreiwöchigen Urlaub jetzt Zeit zum gemeinsamen Aufarbeiten fehle. Ein besonders wichtiges Thema in Kirchheim sei auch die langfristige Zusammenführung der vier Hauptschulen an zwei Standorten. Auch der Übergang von der Schule in den Beruf sei zu verbessern, gerade für die Hauptschüler. Angelika Matt-Heidecker zeigte sich zuversichtlich, dass die Stadt Kirchheim mit ihrer Bildungsoffensive vorankomme – auch wenn es jetzt ein paar Monate lang eine vakante Stelle an entscheidender Position gebe.

In der Januar-Sitzungsrunde werde der Kirchheimer Gemeinderat über die Stellenausschreibung entscheiden, die Wahl ist für März vorgesehen. Die Oberbürgermeisterin hofft, dass die Stelle bis Juni bereits wieder besetzt sein wird.