Lokales

Erster Schritt zum regionalen Landschaftspark

Der erste Schritt in Richtung regionaler Landschaftspark ist gemacht. Der Verband Region Stuttgart (VRS) unterstützt mit insgesamt 478 000 Euro die Umsetzung von Projekten in acht Städten und Gemeinden. Mit dabei ist auch die Stadt Kirchheim, die für die Umsetzung des Pflege- und Entwicklungskonzepts "Ötlinger Halde" von der Region eine Zusage für 40 000 Euro erhielt.

WOLF-DIETER TRUPPAT

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KIRCHHEIM Sehr erfreut zeigte sich Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker im Rahmen einer gestern Nachmittag einberufenen Pressekonferenz über die Nachricht, dass auch Kirchheim zum Kreis der geförderten Kommunen zählt, die in den Genuss der ersten vom Verband Region Stuttgart beschlossenen Kofinanzierung des regionalen Landschaftsparks kommt. Neben der Ötlinger Halde werden weitere Projekte in Esslingen, Ebersbach, Rechberghausen, Ostfildern, Allmersbach und Ludwigsburg sowie der Landschaftspark Remstal entsprechend finanziell unterstützt. Langfristig angestrebtes Ziel ist es, dass Einzelprojekte zu einem großen regionalen Erholungsgebiet zusammenwachsen.

Sehr positiv bewertete Angelika Matt-Heidecker zunächst aus Sicht des Regionalparlaments, dass nun die ersten Bausteine für den regionalen Landschaftspark angepackt und konkrete Projekte benannt und finanziell gefördert werden. Aus Kirchheimer Sicht ist die Oberbürgermeisterin natürlich besonders froh, dass durch die nun zusätzlich zur Verfügung stehenden Mittel ein zweifellos sehr wertvoller Beitrag zum regionalen Landschaftspark geleistet werden kann.

Nachdem in Jesingen schon sehr erfolgreich daran gearbeitet wurde, die "Jesinger Halde" als ökologisch wertvollen Gürtel zu erhalten, der von Schafen als "lebende Rasenmäher" bewirtschaftet und offengehalten wird, soll auch in Ötlingen ein wertvolles Stück Natur erhalten werden. Die im Bereich der Ötlinger Halde teilweise schon vorhandenen Wege sollen dabei maßvoll ergänzt werden, um die ökologisch wertvolle Kulturlandschaft mit herrlichem Blick auf den Albtrauf auch für Spaziergänger durch zwei unterschiedlich lange Rundwege zugänglich zu machen.

Wie in der Jesinger Halde sind auch in Ötlingen sehr viele Gütlesbesitzer unter einen Hut zu bringen, doch sind die Verantwortlichen zuversichtlich, dass das auch gelingen wird. Planungsamtsleiter Dr. Oediger machte dann auch nochmals deutlich, dass hier "kein zufälliges Konzept" ausgewählt, sondern das Ziel unterstützt wird, die Kulturlandschaft eines inzwischen als Projektgebiet für Naturschutz, Landschaftspflege und Naherholung anerkannten Gebiets zu schützen und zu erhalten.

Bei einer im November durchgeführten Informationsveranstaltungen hätten viele Gütlesbesitzer bereits Interesse bekundet, eng mit der Stadt zusammenzuarbeiten. Ziel ist es, die Nutzung der bisher schon bewirtschafteten Wiesen und Weiden zu sichern und verbrauchte Flächen wieder einer Bewirtschaftung zuzuführen. Vorrangig ist daher zunächst die Beseitigung der großflächigen Verbuschung und die standortgerechte Bewirtschaftung des verbliebenen Grünlandes.

Von der Stadt sollen nun diejenigen angesprochen werden, die die mühevolle Pflege in dem teilweise schwer zugänglichen steilen Gelände nicht mehr auf sich nehmen wollen oder können. Kosten entstehen keine, doch müssen sich die Grundstücksbesitzer dazu verpflichten, in den nächsten zehn Jahren eine Schafbeweidung zu dulden und das Grundstück und die Bäume ordnungsgemäß im Sinne einer Streuobstwiese zu erhalten. Wenn keine Verbuschung zu beseitigen ist, reicht eine jederzeit aufkündbare Zustimmung zu der angebotenen Beweidung durch "lebende Rasenmäher".

Dass niemand gedrängt wird, sich zu beteiligen, wurde ebenfalls betont. Wichtig ist nur, dass alle Grundstücke gepflegt oder bewirtschaftet werden aus eigener Kraft und mit schwerem Gerät oder aber von Schafen. Dass die Zusammenarbeit zwischen Gütlesbesitzern und Verwaltung hier gut funktioniert, davon ist Bürgermeister Riemer überzeugt. Um Lösungen müsse eher gerungen werden, wo die Themen "Landschaftsschutz" und "Bauten im Außenbereich" nicht im Einklang sind.