Lokales

Es geht nichtnur um die Wurst

Kirchheims Fußgängerzone erfreut sich zurecht großer Beliebtheit. Im Sommer vermag die historische Fachwerkstadt tatsächlich mit Qualitäten aufzuwarten, die dem oft zitierten "mediterranen Flair" mindestens sehr nahe kommen.

WOLF-DIETER TRUPPAT

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Neben dichtgedrängten Bierbank-Batterien, die Menschen in der Mitte der Stadt gleich in Massen zusammenbringen, gibt es inzwischen auch immer mehr kleinere und größere "heimelige" Ecken, an denen in liebevoll arrangiertem Sitz- oder Stehtischambiente der Sommer genossen werden kann. Nicht zuletzt der lange konsequent totgeredete Schlossplatz konnte so längst wieder zu neuem Leben erweckt werden.

Nicht nur Bierbänke und Cafetischchen locken Leute in die Stadt oder laden sie zum Verweilen ein. Warteschlangen an Imbissbuden belegen, dass auch diese Angebote gerne wahrgenommen werden. Dass die dort unter freiem Himmel oft zu findende gute Qualität nun auf drei Tage in der Woche eingeschränkt wird und künftig nur mit großem organisatorischem Aufbauaufwand aufrecht erhalten werden kann, wird vor allem Menschen verstimmen, die gerne spontan bestimmen, ob sie nun Baguette oder Currywurst, Döner oder Pizza oder auch Thüringer oder Rote vom Grill genießen möchten und bei schönem Wetter lieber an einem Imbissstand halten, als in einen Laden zu gehen.

Dass die gewachsene kulinarische Vielfalt internationaler Imbissangebote in der Innenstadt künftig zeitlich eng begrenzt wird, dürfte vor allem den Menschen gleichgültig sein, die es lieben, sich praktisch zu jeder Tages- und Nachtzeit vom Sitz ihres Autos aus Fast-Food gönnen zu können, ohne sich dafür in die Kirchheimer Innenstadt bewegen zu müssen.

Biergärten, Stehcafes und brummende Imbissstände sind sicherlich nicht die alleinigen Seismographen für die Kaufkraft und die Lebensqualität einer Stadt. Gewiss sind sie aber wichtige Indikatoren einer vor allem im Sommer deutlich zu spürenden positiven (Einkaufs-) Stimmung in der "guten Stube" der Kirchheimer Innenstadt, die deutlich besser zum guten Image der liebenswerten Einkaufsstadt beitragen als leerstehende Ladengeschäfte und stark frequentierte Franchise-Restaurants am Stadtrand.