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Es gibt auch Grenzender Sparsamkeit ...

Es gibt auch Grenzender Sparsamkeit

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Vergangenen Samstag fand die Frühjahrsunterhaltung des Musikvereins Ötlingen in der Eduard-Mörike Halle statt. Einen herzlichen Dank möchte ich der Stadt Kirchheim für ihr Engagement um die Ötlinger Bürger und deren Turn- und Festhalle aussprechen. Die Stadt war im Vorfeld nicht einmal dazu bereit, wenigstens den Vorhang auf der Bühne reparieren zu lassen, so dass das Publikum live die ganzen Umbauarbeiten auf der Bühne erleben durfte, wodurch die ganze Konzertatmosphäre deutlich getrübt wurde.

Für dieses baufällige Gebäude auch noch Miete zu verlangen erfordert schon eine große Portion an Impertinenz. Dafür, dass die Stadt sich über den desolaten Zustand der Halle und die daraus resultierende berechtigte Kritik der Ötlinger Bürger bewusst ist, spricht wohl auch, dass weder die Frau Oberbürgermeisterin, noch ein anderer Vertreter der Stadtverwaltung trotz Einladung am Samstag zu diesem Konzert erschienen sind.

Liebe Stadt Kirchheim, "Geiz ist geil" hat auch seine Grenzen, unternehmt endlich was, damit die Ötlinger Bürger (und deren Gäste) wieder Freude an ihrer Festhalle haben können.

Daniela Schopp

Holzmaden, Aichelberger Straße

"Dr. Galileo Herzberg"

Zu den Artikeln "Herzberg räumt Fehler ein" und "Der Leidensdruck der Ärzte hat einen kritischen Punkt überschritten", im Teckboten vom 28. März:

Galileo Galilei musste vor einem päpstlichen Gericht seiner Überzeugung abschwören, dass die Erde sich um die Sonne drehe. Die Exkommunikation wurde ihm angedroht. Er hat abgeschworen.

Kollege Herzberg musste in einer Sondersitzung der SPD-Fraktion das Unterzeichnen einer Protestanzeige der Ärzteschaft bedauern. Das Ende der Zusammenarbeit wurde angedroht. Er hat abgeschworen.

Auch von der SPD spricht bald niemand mehr: bei 13,4 Prozent der Stimmen aller Wahlberechtigten im Land konnte die SPD in Kirchheim nicht noch schlechter abschneiden, trotz der Annonce. Die Krankenkassen aber sind immer noch (fast) pleite; an die Protestanzeige wird man sich erinnern.

Warum nimmt denn keiner der SPD-Fraktion die sachlichen, ganz unpolemischen Argumente der Ärzteschaft zu den Gesundheitsreform-Gesetzen wahr, die in derselben Ausgabe zu lesen sind? Wer verteidigt den Datenschutz gegen die beabsichtigte elektronische Patientenkarte, die jeden, der zum Arzt geht, zum gläsernen Patienten macht?

Als ich im Vorstand des SPD-Ortsvereins gearbeitet habe, haben wir geholfen, eine Volkszählung zu Fall zu bringen, die jeden nach seinem Gehalt fragte, das die Finanzämter längst kannten.

Die Bundesregierung plant heute, von 80 Millionen Deutschen alle Behandlungsdaten zu sammeln. Möglich, dass Sie den Lohn ihres Arbeitskollegen kennen. Aber wissen Sie, ob er Aids hat, oder Syphilis oder Tripper? Noch nicht? Haben Sie Geduld.

Galileo Galilei machte einen Kniefall vor der Macht. Zuletzt hat doch die Erkenntnis über den Glauben der Uneinsichtigen gesiegt.

Auch Dr. Herzberg blieb der Kniefall nicht erspart. Doch wenn Parteien nicht mehr für den Schutz intimer Daten kämpfen, dann wollen wir es tun, die Ärzteschaft. Und Dr. Herzberg gehört zu uns.

Dr. med. Volker Ehrmann

Kirchheim, Jesinger Straße

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