Lokales

Es gibt kein "Vollkasko-Gutachten"

Die Owener Teckhalle ist mittlerweile 30 Jahre alt und soll wie bereits berichtet unter Energiespargesichtspunkten saniert werden. Inzwischen ist noch ein weiterer Aspekt zum Gegenstand der Diskussion im Gemeinderat geworden: die Statik.

ANDREAS VOLZ

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OWEN "Von allein wäre ich nie auf die Idee gekommen, die Teckhalle statisch überprüfen zu lassen", sagte Bürgermeister Siegfried Roser in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Aber nach Bad Reichenhall hat sich die Lage drastisch geändert. Rat und Verwaltung der Stadt Owen machen sich jetzt Gedanken darüber, ob ihnen in einem Katastrophenfall Versäumnisse vorgeworfen werden könnten.

Stadtrat Bernhard Carrle sprach sich uneingeschränkt für eine statische Untersuchung aus: "Wir kommen nicht umhin." Die Finanznot der Kommunen sei ein Klacks, verglichen mit einem einzigen Todesfall. Christoph Ensinger dagegen verwies auf die Problematik, einem Sachverständigen die alleinige Verantwortung zu übertragen. Wenn in dessen Gutachten Mängel auch nur vage angedeutet wären, könnte die Verantwortung nämlich wie ein Bumerang zurückkehren: "Wir müssten dann handeln, ob es wirklich notwendig ist oder nicht."

Andre Bittner, der selbst vom Fach ist, erklärte seinen Ratskollegen, dass es ein "Vollkasko-Gutachten" ohnehin nicht geben könne: An den Spannstahl im Beton "kommt man nicht ran, zumindest nicht mit einem verträglichen Aufwand". Es ließen sich also lediglich die offensichtlichen Mängel diagnostizieren. Auch an der Holzkonstruktion in Bad Reichenhall wäre wohl bei einer Untersuchung nach bloßem Augenschein nicht viel zu sehen gewesen, meinte Bittner.

Der Gemeinderat hat sich schließlich dafür entschieden, ein Fachbüro damit zu beauftragen, die Teckhalle bei einem "optischen Durchgang" auf offensichtliche Mängel hin zu überprüfen. Somit kam das Gremium auch der Empfehlung von Stadtrat Günther Diez nach, die Statik zu untersuchen, "bevor wir in die Energieeinsparung investieren".