Lokales

Es macht Spaß, wenn es blubbert und kracht

Das neue Projekt kommt an: Schülerinnen und Schüler der Fritz-Ruoff-Schule in Nürtingen aus den Ernährungs- und Agrarwissenschaftlichen Gym- nasien führen Grundschüler der Braikeschule in die Experimentierwelt der Chemie ein.

NÜRTINGEN Die Grundidee des Projekts ist es, schon sehr jungen Schülerinnen und Schülern den Zugang zur Chemie auf eine fast spielerische Art und Weise zu öffnen. Besondere Bedeutung hat dabei die Tatsache, dass die "Lehrer" selbst Schüler sind. So wird Interesse geweckt und es entsteht ein entspanntes und zwangloses gegenseitiges Lernen und Lehren. Denn auch die "Großen" profitieren davon, weil sie nicht nur ihr fachliches Wissen beweisen, sondern sich außerdem in Sozialkompetenz üben können.

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Die Chemielehrerin Helga Stahr von der Fritz-Ruoff-Schule organisiert den Besuch der verschiedenen Grundschulklassen der Braikeschule schon seit langer Zeit und kann immer wieder neue Klassen aus dem Gymnasium und der Berufsfachschule der Fritz-Ruoff-Schule für das Projekt gewinnen und vorbereiten. Sie arbeitet dabei eng zusammen mit dem Fehling-Lab, dem Kinderexperimentierlabor und Lehrerfortbildungszentrum Chemie der Universitäten Hohenheim und Stuttgart, unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Menzel.

Das Projekt der naturwissenschaftlichen Patenschaft hat mittlerweile so viel Aufmerksamkeit erregt, dass sogar ein Filmteam vom Kreismedienzentrum Göppingen diese besondere Art des Unterrichts aufgenommen hat. Der Film beobachtete die Schülerinnen und Schüler bei den chemischen Experimenten und soll ein pädagogischer Lehrfilm werden, der zur Weitergabe an andere Schulen gedacht ist. Er ist zukünftig ausleihbar und dient dem Kennenlernen des Projekts, das zum Nachmachen einlädt.

Die Schülerinnen und Schüler waren bei den Dreharbeiten sehr eifrig bei der Sache: Da blubberte es, da wurde destilliert, zerstoßen und vermischt und manchmal explodierte auch etwas. Unter Anleitung der Abiturienten probierten die Grundschüler Versuche mit Farben, Düften, Stärke und vielem mehr aus. Und das Ergebnis konnte sich sehen lassen, denn beispielsweise wurden Farbe aus den Schokobonbons Smarties gewonnen und untersucht oder es wurde Lavendelparfum aus den verschiedensten Zutaten hergestellt.

An der Fritz-Ruoff-Schule und der Braikeschule ist das Projekt sehr gut angekommen: Die Schüler waren so begeistert, dass man das Projekt mit weiteren Klassen unbedingt weiterführen will.

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