Lokales

"Es wackelt alles"

"Es wackelt alles", so hat es mal jemand am Anfang des vorletzten Jahrhunderts gesagt. Wie Recht er hatte. Nichts ist so, wie es einmal war. Jahrhunderte alte Ordnungen stimmen plötzlich nicht mehr. Man kommt kaum noch mit bei den ständigen Veränderungen unserer Zeit. Wo ist in dieser Welt des Wandels noch etwas das Bestand hat? Worauf können wir uns wirklich verlassen und woran können wir uns halten?

"Haltet fest an der Liebe Gottes", antwortet der Judasbrief (Judas 21). Gottes Liebe ist der sichere Halt, auf den wir uns verlassen, das Fundament, auf das wir unser Leben bauen können. Wie gut, dass wir aus aller Verwirrung und Orientierungslosigkeit des Alltags immer wieder zu dem einen zurückehren können, auf das wirklich Verlass ist: Gottes Liebe.

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In alle Selbstzweifel und Unsicherheit hinein sagt Gott: "Ich habe dich lieb. Ich helfe dir, dass dein Leben gelingt." Wer diese Liebe Gottes in Anspruch nimmt, kann etwas vom Leben erwarten. Immer wieder stellt sich ja die Frage: Wie wird es weitergehen mit dieser Welt und mit uns? Was kommt noch alles auf uns zu? Auch auf diese Fragen weiß dieses kleine Buch der Bibel eine Antwort. Jesus Christus, der Sohn Gottes, der aus Liebe zu uns Mensch geworden ist, er kommt auf uns zu. Sein Erbarmen dürfen wir erwarten.

Judas denkt hier in erster Linie an das Ende unseres Lebens. Wir fallen nicht ins Bodenlose. Voller Liebe und Erbarmen fängt Christus uns auf und schenkt uns das ewige Leben bei Gott. Doch damit ist nicht etwas über das Leben nach dem Tod ausgesagt. Das ewige Leben beginnt schon jetzt. Immer wieder begegnet uns Gott durch seine Liebe und gibt Veränderung, die bleibend ist. Und immer wieder schenkt er Frieden und Geborgenheit mitten in der Angst.

Es wackelt alles, das ist richtig. Aber das ist nicht die letzte Wahrheit. Die letzte Wahrheit lautet: Gott hält uns fest! Weil er uns liebt, können wir voll froher Erwartung leben.

Michael Schwarz

Pastor der Evangelisch Freikirchlichen

Gemeinde, Steingauzentrum