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Es werde Licht Zur aktuellen Debatte um ...

Es werde Licht

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Zur aktuellen Debatte um das Beleuchtungskonzept für die Kirchheimer Innenstadt:

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Derzeit können wir Beispiellampen bestaunen, die unsere schöne Innenstadt noch schöner machen sollen. Die Ansichten prallen aufeinander. Ist es nur Geschmackssache? Ich selbst habe im Gemeinderat eine Art Bürgerbefragung vorgeschlagen. Daraus ist nichts geworden. Deshalb zunächst eine Klarstellung, die auch ich kapieren musste: Entscheidend ist nicht das Design des Möbels, sondern die Strahlkraft des Lichts. So weit, so gut. Aber wozu brauchen wir ein neues? Die alten Lampen leuchten falsch, sind meist dreckig, fallen zu oft aus und haben ihre Zeit schlicht hinter sich. Das könnte man als Argument gelten lassen, wenn die Stadtkasse im Geld schwimmen würde. Tut sie aber nicht.

Dann werden härtere Geschütze aufgefahren: Kirchheim muss sich im Wettbewerb der Städte attraktiver aufstellen. Wirtschaftsförderung in der Fußgängerzone muss uns auch eine halbe Million Euro für besseres Licht Wert sein, so die Melodie. Da sind Zweifel erlaubt. Investiert jemand in Leerstände, weil diese außerhalb der Geschäftszeiten schöner angestrahlt werden? Brauchen Kunden besseres Licht zu dunklen Uhrzeiten, wo selbst im Winter die meisten Läden gleich geschlossen haben und im Sommer erst recht kein Mensch mehr durch die Stadt bummelt? Etwas komisch wirkt daher auch der derzeitige Probelauf, bei dem wir frühestens ab halb zehn abends fühlen, was die Lampen als Licht wirklich drauf haben.

Das neue Beleuchtungskonzept ist echt gut, nur verfehlt es die kommunalpolitischen Schwerpunkte, auf die es momentan ankommt. Wir tummeln uns auf einem Nebenkriegsschauplatz. Doch das wenige Geld, das für Investitionen noch bleibt, brauchen wir für die Substanzerhaltung unserer Infrastruktur, vor allem aber für die Zukunft unserer Kinder. Es werde Licht.

Martin Mendler

Kirchheim, Armbruststraße

Mut zur Umkehr

Zum Artikel "In der Kirchheimer Innenstadt grassiert das Lampenfieber", im Teckboten vom 9. Juni:

400 000 bis 540 000 Euro für das Beleuchtungskonzept, das den Kirchheimern nun verkauft werden soll da muss es erlaubt sein, auch nach Beschlussfassung im Gemeinderatsausschuss, noch einmal eine Grundsatzdiskussion vom Zaun zu brechen. Wen wundert es, dass bisher wenig Begeisterung aufgekommen ist, über die Dinger, die seit ein paar Wochen völlig erklärungslos herumstehen? Einfach zu hoch sind sie, sowohl im Verhältnis zu den umgebenden Häusern als auch für die Menschen, die sich darunter bewegen.

Das Argument, dass Lkws so besser drunter passen, kann nicht ernst gemeint sein, wir reden schließlich von einer Fußgängerzone. Kalt und unpersönlich scheint das Licht auf uns hernieder, das Gefühl, auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums nach Ladenschluss zu stehen, stellt sich ein. Oder das Flair einer x-beliebigen deutschen Innenstadt, wenn wir uns die vielen Filialisten in der Marktstraße in Verbindung mit der Beleuchtung vorstellen. Es ist noch nicht lange her, da beeindruckten Planer mit schönen Bildern und flüssigen Reden den Kirchheimer Gemeinderat dermaßen, dass mit großer Mehrheit beschlossen wurde, für eine Schwimmbadplanung eine Unmenge Geld auszugeben. Wir alle wissen, was das Ende vom Lied war.

Natürlich ist Herr Köber von seinem Beleuchtungskonzept überzeugt, das steht ihm zu, aber das heißt noch lange nicht, dass es das Richtige für Kirchheim und die Menschen hier ist. Von unseren Mandatsträgern im Gemeinderat erwarte ich, dass sie vernünftig entscheiden. Geld, das dringend für Grundlegendes wie Schulen gebraucht wird, darf nicht für strittige Ästhetik und Allerweltsmodernität ausgegeben werden. Auch bereits gefasste Beschlüsse können und müssen rückgängig gemacht werden, wenn genug dafür spricht. Den Kirchheimerinnen und Kirchheimern ist sehr wohl zuzutrauen, dass sie Kosten und Nutzen einer Investition abwägen können. Sie sollten grundsätzlich zur Beleuchtung ihrer Innenstadt gefragt werden, anstatt zwischen drei fast gleichen und einer indiskutablen Lampe auswählen zu dürfen.

Eva Frohnmeyer-Carey

Kirchheim, Ludwigstraße

Probebetrieb ohneDesignerlösungen

Zur Diskussion um die Verkehrsregelung am Alleenring in Kirchheim:

Fehlt den meisten Gemeinderäten der Mut, sich nicht hinter Gutachten zu verstecken? Mit gesundem Menschenverstand, Kreativität und Verantwortungsbereitschaft hätte man früher und billiger zum gleichen Ergebnis wie teuer bezahlte Planer (ohne Umsetzungsverantwortung und in der Hoffnung auf lukrative Folgeaufträge) kommen können: Machbar, verkehrlich sinnvoll und wirtschaftlich vorteilhaft und zudem dringend geboten.

Ein zügiger Probebetrieb ohne perfektionistische Designerlösung wird doch nun nicht an zaudernden Räten scheitern? Hoffentlich geht ihnen noch vor der Lampendiskussion das richtige Licht auf, weil nicht nur teure Lösungen zum Ziel führen.

Albrecht Braun

Kirchheim, Stuttgarter Straße