Lokales

Esslingen total gegen den Trend

Verkehrsunfallstatistik 2007 vorgelegt: Mehr Tote als im vergangenen Jahr zu verzeichnen

Nahezu unverändert war die Anzahl der polizeilich registrierten Verkehrsunfälle 2007 im Landkreis Esslingen im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt wurden nach der Verkehrsunfallbilanz 2007 11 774 Unfälle aufgenommen. Das sind lediglich 149 mehr als im Vorjahr. Bedauerlich dabei, dass mit 26 Verkehrstoten die höchste Zahl seit einigen Jahren verzeichnet werden musste.

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Rudolf stäbler

Kreis Esslingen. Nach langjährigem und konstantem Rückgang der Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang kam es im Jahr 2007 bedauerlicherweise zu einer Unterbrechung dieses allgemeinen Trends. Insgesamt musste die Polizei 23 schwere Verkehrsunfälle aufnehmen, bei denen 26 Personen ums Leben kamen. Die Unfallursache war in sieben Fällen überhöhte Geschwindigkeit. Bei den übrigen führten teilweise auch äußerst unglückliche Umstände zu den tödlichen Unfällen.

Bei einem Unfall bei Lenningen sind am 15. April 2007 zwei Motorradfahrer ums Leben gekommen. Ein 16 Jahre alter Lenker eines Leichtkraftrades fuhr an diesem Sonntagnachmittag die Hochwang Steige abwärts in Richtung Unterlenningen. In einer Linkskurve geriet er auf die Gegenfahrbahn und stieß mit einem entgegenkommenden 38-jährigen Motorradfahrer zusammen. Bei der Kollision wurden die beiden Fahrer so schwer verletzt, dass sie noch an der Unfallstelle starben. Am 10. Juni ereignete sich bei Lenningen erneut ein tödlicher Verkehrsunfall an einem Wochenende. An diesem Sonntag fuhr ein 79-Jähriger mit seinem Skoda von Oberlenningen kommend in Richtung Gutenberg. Dabei kam er auf die Gegenfahrbahn und kollidierte frontal mit einem entgegenkommenden Motorroller. Sowohl die 51-jährige Fahrerin des Rollers als auch ihr 48-jähriger Sozius erlitten dabei tödliche Verletzungen und starben noch an der Unfallstelle.

Die Anzahl der Schwerverletzten lag mit 345 leicht unter dem Niveau des Vorjahres (355). Auf einen längeren Zeitraum hin betrachtet hat die Zahl der Schwerverletzten insbesondere auch durch die verbesserte Fahrzeugsicherheit stetig abgenommen und lag beispielsweise im Jahr 1998 noch bei 445 Personen. Der bei Verkehrsunfällen entstandene Sachschaden belief sich im vergangenen Jahr im Kreis auf circa 20,5 Millionen Euro.

Die Hauptunfallursachen sind in den vergangenen Jahren unverändert: Überhöhte Geschwindigkeit und fehlender Sicherheitsabstand, Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren, Vorfahrtsverletzungen sowie Alkohol- und Drogeneinfluss. Erneut zugenommen haben im vergangenen Jahr insbesondere die Verkehrsunfälle mit motorisierten Zweiradfahrern um zwölf Prozent auf 369.

Ein Problem ist seit Jahren die hohe Zahl der Unfallfluchten. So mussten 2626 Unfälle registriert werden, bei denen der Verursacher geflüchtet war. Ohne Zeugenhinweise können dann Bagatellschäden oder sogenannte „Parkplatzrempler“ nach wie vor sehr schwer aufgeklärt werden. Sind bei einer Verkehrsunfallflucht hohe Sachschäden oder gar Personenschaden entstanden, besteht größere Aussicht auf Erfolg. Durch intensive Ermittlungsarbeit der Polizei konnten im Berichtsjahr knapp 50 Prozent der Unfallfluchten aufgeklärt werden.

Wieder exakt auf dem Niveau von vor zwei Jahren sind die Schulweg­unfälle und zwar bei 68 solcher bedauerlicher Unfälle. Dabei sind acht Personen schwer und 64 leicht verletzt worden. 20 von den Verletzten waren Radfahrer, die ohne Schutzhelm unterwegs waren. Die Unfälle mit Radfahrern haben 2007 um 21 Fälle auf 439 zugenommen. Im vergangenen Jahr wurden dabei zwei Radfahrer getötet, 104 erlitten schwere und 282 leichte Verletzungen. Bei der Gruppe der jungen Fahranfänger registrierte die Polizei im Kreis 1313 Unfälle, wobei 887 von den jungen und noch unerfahrenen Autofahrern selbst verursacht wurden. Dabei sind neun Personen getötet, 75 schwer und 434 leicht verletzt worden. Zurückgegangen sind im vergangenen Jahr die unter Alkoholeinfluss verursachten Verkehrsunfälle von 327 auf 297. Dabei sind zwei Personen getötet worden. Unter Drogeneinfluss sind 2007 insgesamt 34 Verkehrsunfälle verursacht worden. Der Bereich „Drogen im Straßenverkehr“ wird auch in Zukunft ein Schwerpunkt der Verkehrsüberwachung im Landkreis sein. Die Polizei veranlasst bei unter Alkohol- oder Drogeneinfluss verursachten Unfällen regelmäßig eine Mitteilung an die Führerscheinbehörde beim Landratsamt, die dann die Eignung der Betroffenen prüft.

Bei den Geschwindigkeitskontrollen der Polizei sind 2007 etwa 132 000 Fahrzeuge gemessen worden. Dabei fuhren 8217 Autofahrer zu schnell und mussten beanstandet werden. Bei den Messungen mit der Laserpistole wurden weitere 1342 Fahrzeugführer ertappt, die zu schnell unterwegs waren. Spitzenreiter waren ein Audifahrer, der im Tiefenbachtal bei Nürtingen statt der erlaubten 80 Stundenkilometer mit 163 km/h unterwegs war und ein Pkw-Fahrer, der auf der B 313 bei Köngen mit 213 km/h statt der zulässigen 100 km/h gemessen wurde. Die Polizeidirektion Esslingen erhält demnächst ein neues Messgerät für die Geschwindigkeitsüberwachung. Das mobile Gerät ersetzt die seitherige Lichtschranke, lässt sich einfacher und schneller aufstellen und ist flexibler zu handhaben. Außerdem ist geplant, die Zahl der bei den Polizeirevieren vorhandenen Lasermessgeräte zu erhöhen.