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Etwas mehr Toleranzund Verständnis Zum ...

Etwas mehr Toleranzund Verständnis

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Zum Leserbrief "Terror im Deutschen Wald", im Teckboten vom 23. Juni.

Es ist schon erstaunlich, in welcher Form Herr Umathum gegen eine Freizeit-Sportart angeht, die von allen Seiten nur als positiv bewertet wird. Nordic-Walking bietet für jeden die Möglichkeit, nach gründlicher Anleitung und mit entsprechendem Material, sich im Rahmen des Breitensports zu betätigen. Der gesundheitliche Effekt ist unbestritten, deshalb auch die Förderung durch diverse Organisationen.

Da nun mal die Arbeit mit den Nordic-Walking-Stöcken (nicht Terrorwerkzeuge) ein wesentlicher Bestandteil dieser Sportart ist, bleiben je nach Bodenbeschaffenheit Geräusche nicht aus. Dabei bleibt festzustellen, dass sich bei technisch einwandfreien Stockeinsatz der Lärmpegel in vertretbaren Grenzen hält. Vielleicht sind Sie einer Gruppe (nicht Horde) von Anfängern begegnet, welche sich noch in der Lernphase befindet? Ihre Versuche, mit einem dieser "Plagegeister" Kontakt aufzunehmen, erscheint mir der Art Ihres Leserbriefes folgend tatsächlich schwierig. Bitte versuchen Sie es mal bei Ihrer nächsten Begegnung mit ein wenig mehr Verständnis und Toleranz.

Übrigens, die erwähnten Gummipuffer werden in der Regel nur auf Asphalt verwendet.

Heinz Stephan

Kirchheim, Fuchsweg

Problem wäre im Ansatzzu verhindern gewesen

Zum Artikel "Sperrung und Rückstau", im Teckboten vom 29. Juni:

Es ist wieder einer dieser Kirchheimer Schildbürgerstreiche, der hier nach dem Dilemma am Alleenring seine Fortsetzung findet: Da wird eine Umbaumaßnahme durchgeführt, über deren Folgen sich man dann auf dem zuständigen Straßenbauamt ratlos zeigt.

"Wahrscheinlich ist das der Bau-stellenverkehr", wird hier vom zuständigen Sachgebietsleiter Klaus Ullrich lapidar bemerkt. Die wirkliche Ursache aber ist, dass die Verkehrsinsel an der Kreuzung Wangerhaldenweg einfach verbreitert wurde. Somit kann nicht mehr wie in der Vergangenheit zweispurig nach links und rechts abgebogen werden. Autofahrer, die mit dem schon immer bestehenden Problem vertraut waren, konnten bislang die Situation durch entsprechendes Verhalten weitgehend entschärfen.

Da im abendlichen Berufsverkehr die Zahl der Rechtsabbieger überwiegt, werden diese durch die geringere Anzahl der Linksabbieger blockiert, die naturgemäß durch den stadtauswärts fließenden Verkehr längere Wartezeiten haben.

Ein Sachgebietsleiter, der seine Profession beherrscht, hätte dies durch entsprechende Sachkenntnis beziehungsweise richtige Gestaltung der Kreuzung mit einfachen Maßnahmen im Ansatz vermeiden können.

Wolfgang Pohl

Kirchheim, Holzmadener Straße

Verbrechen dürfen nicht verschwiegen weden

Von der Tragödie der Armenier, die sich vor bereits 90 Jahren abgespielt hat, erfuhr ich als Kind aus Erzählungen meines Onkels der als junger Mann im Ersten Weltkrieg eingezogen und unter anderem in der Türkei als Soldat eingesetzt wurde. Was sich dort bei der Vertreibung der Armenier zugetragen habe, sei mit das Schlimmste gewesen, was er in seinem Leben mitbekommen habe.

Wir Kinder hörten fassungs- und verständnislos den Erzählungen des Onkels zu. Diese Schilderungen habe ich nie vergessen. In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an ein bunt- und reichbesticktes Kleidungsstück aus schwarzem Samt, welches der aus dem Krieg Heimkehrende mitgebracht hatte und das bei uns Kindern als die "Armenierbluse" galt.

Nun, bei dem Für und Wider zur Aufnahme der Türkei in die EU, erinnert sich die Öffentlichkeit geschürt durch die Medien wieder an dieses Geschehen vor 90 Jahren.

Dabei vergisst man oder will vergessen was 1945 in der damaligen Tschechoslowakei heute Tschechien mit den Sudetendeutschen passierte. Diese deutsche Volksgruppe immerhin mehr als drei Millionen Menschen wurden von ihrem Besitz brutal vertrieben, ausgeplündert und viele ebenfalls unschuldige Menschen verloren ihr Leben. Meine Mutter wurde damals fast zu Tode geprügelt, nur weil sie aus ihrem eigenen Haus noch etwas von ihren Lebensmitteln mitnehmen wollte.

Diese Taten kehrt man nur zu gern unter den Tisch und ruft zum Vergessen und Vergeben auf ganz zu schweigen von einer Entschädigung, denn man will ja die Tschechen jetzt auch in die EU holen. Dazu zitiere ich aus dem Kommentar: "Verbrechen dürfen nicht verschwiegen werden, nur weil politische Freunde oder Wirtschaftspartner verärgert sein könnten".

Elly Thum-Schieferdecker

Kirchheim, Galgenberg

Ohne Unterschriftenaktionhätte sich nichts getan

Zum Leserbrief "Schwerlastverkehr und Urlaubstermine" im Teckboten vom 17. Juni:

Wir wollen uns natürlich bei Herrn Masarin entschuldigen, dass wir versäumt haben, unseren seit Dezember 2004 da gab es noch keine Maut geplanten Jahresurlaub wegen der Ortschaftsratsitzung nicht verschoben und keine Stornogebühren bezahlt haben.

Wir werden ihn vor unserem nächsten Urlaub um Erlaubnis fragen. Dieser Punkt war für eine Sitzung im April geplant und wurde kurzfristig auf den Juni verschoben. Als wir von dieser Terminänderung erfahren haben, wurde Ortsvorsteher Kik schriftlich verständigt, dass wir bis 11. Juni in Urlaub sind.

Der Stil des Leserbriefs entspricht den Äußerungen, die Herr Masarin machte, als er bei uns anrief, um mitzuteilen, dass er einen bösen Leserbrief geschrieben hätte und sinngemäß feststellte, wir würden einen "Wirbel und Zauber" veranstalten und wären dann nicht da. Wir sehen die großen Probleme mit dem Lkw-Verkehr nicht als "Wirbel" an und glauben, der Großteil der Ötlinger Bevölkerung insbesondere die, die direkt betroffen sind auch nicht. Wir fragen uns ernsthaft, was er damit meint, dass dieses Thema voll unterging. Es wird doch eine Verkehrszählung vorgenommen.

Zu seiner Bemerkung, er hoffe, dass wir uns ohne finanzielle Unterstützung an der Verkehrszählung sehr stark beteiligen sollen, wäre es angebracht, dass er sich einmal beim Ortschaftsrat erkundigt, wie viel Zeit und Geld wir seit Januar in diese Sache schon investiert haben in Form von Briefen, Telefonaten, Fax an Ministerien, Landtags- und Bundestagsabgeordnete, ADAC, Logistikzentren, Speditionsverbände, Kopien erstellen und das Verteilen von zirka 100 Flugblättern.

Vielleicht bezahlt uns Herr Masarin Druckerpatronen, Briefpapier, Briefmarken und Kopierpapier. Diese Unterlagen liegen alle dem Ortschaftsrat vor. Hätten wir nicht zu der Unterschriftenaktion aufgerufen, hätte sich bis heute noch nichts getan. Dass dies alles ein Erfolg war, sieht man daran, dass auch auswärtige Zeitungen Artikel darüber gebracht haben, selbst das Fernsehen hat sich gemeldet.

Ursula und Jörg Ullmann

Kirchheim, Steingrubenweg

Kein Tanz sondern eineunglaubliche Tierquälerei

Zum Artikel "Sechs Millionen strömen jedes Jahr zu den Corridas Tödlicher Tanz zwischen Matador und Stier", im Teckboten vom 18. Juni:

Vor dem Kampf werden den Stieren die Hörner abgesägt und anschließend wieder in eine natürlich aussehende Spitzform gefeilt. Dies hat zwei Gründe: erstens, um das Tier durch den lang anhaltenden unerträglichen Schmerz zu schwächen im Inneren der Hörner liegen so empfindliche Nerven, wie in einem Zahn und zweitens verliert der Stier durch die Kürzung den Sinn für Entfernungen und stößt daher immer ins Leere. Die Hörner werden auch an mehreren Stellen bis zum Nerv angebohrt und in die Löcher Holzsplitter eingepflanzt, sodass jedes Verteidigungsmanöver zur Höllenqual wird. Damit er seinen Schmerz nicht herausbrüllen kann, wird ihm in manchen Kampfstätten das Stimmband durchtrennt. Dem Tier werden Beruhigungsmittel und Pfefferzäpfchen verabreicht, die die Gedärme zum Bluten bringen.

In der Nacht vor dem grauenhaften Spektakel werden den Stieren lange Nägel durch das Geschlechtsteil gestoßen, um sie am Hinlegen zu hindern. Am Vormittag vor dem Kampf folgen Schläge und Prügel in Niere und Nacken. Jede Kopfbewegung, die den Torero überraschen könnte, wird so äußerst schmerzhaft. Die Stiere erhalten kein Wasser mehr. Die Nasenlöcher werden mit Watte vollgestopft. Die Beine werden mit Terpentin eingerieben, damit Brennen und Jucken die Stiere unruhig machen und, so glauben die Zuschauer, dass sie angriffslustig und gefährlich sind, wenn sie durch den Schmerz wie besessen herumgaloppieren, sobald man sie aus der Dunkelheit in die gleißende Sonne der Arena stößt. Jetzt beginnt der "Tanz" mit dem "mutigen" Torero.

Weitere Infos und wie es Pferden in der Arena ergeht gibt es unter www.antistierkampf.de oder im Flyer "Stierkampf" des Deutschen Tierschutzbundes. Der Stierkampf ist ein lukratives Geschäft. Wenn in Zusammenhang mit Stierkampf von Kultur die Rede ist, bestätigt sich wieder einmal die Aussage Nitzsches: " . . . dass beinahe jede Art von höherer Kultur auf Grausamkeit beruht".

Claudia Roleff

Bissingen, Randecker-Maar-Straße

Geld wie Heu?

Sehr geehrte Frau Matt-Heidecker, sehr viele Kirchheimer Mitbürgerinnen hatten sich gefreut: endlich eine Frau an der Spitze als Oberbürgermeisterin von Kirchheim. Eine Frau, welche nun auch mal die Interessen ihrer Geschlechtskolleginnen besser beurteilen kann als ein Mann. Eine Frau, die sich in die Sorgen und Nöte von allein Erziehenden oder aber auch arbeitslosen Frauen mit Kindern hinein denken kann. Ja, ja, das "Denken". Haben all diese Frauen sich etwa getäuscht und falsch gedacht?

Letzte Woche wurde zum Beispiel bekanntgegeben, dass die Kindergartenbeiträge erhöht werden. Sonderbar, für nicht notwendige Beleuchtungskörper in der Innenstadt werden halbe Million Euros ausgegeben (man kann auch sagen herausgeschmissen), für das "Radweg-Gemale" (So ein unnötiger Aufwand, denn die meisten fahren sowieso auf dem Fußweg) auf der oberen Eichendorffstraße, auch wieder Tausende von Euros vergeudet. Aber... der Kindergartenbeitag muss erhöht werden. Wen trifft's? Immer die Verkehrten.

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, zwei Seelen wohnen, ach, in Ihrer Brust. Auf der einen Seite die Euros großzügig ausgeben, auf der anderen Seite den wirtschaftlich momentan nicht gut gehenden Familien die letzten "Kreuzer" noch aus der Tasche ziehen. Schade, hier wäre etwas mehr Fingerspitzengefühl notwendig gewesen.

Ingrid Schmidt

Kirchheim, Eichendorffstraße

Radfahrer sollten nichtvergessen werden

Zum Artikel "Wer die Kippe wegwirft, blecht", im Teckbote vom 22. Juni:

In Ihrem Sündenregister vermisse ich die Bestrafung der Radfahrer bei unerlaubtem Fahren in der Fußgängerzone und auf Gehwegen (dort die Erwachsenen), wodurch in besonderem Maße seh- und gehbehinderte Bürger gefährdet werden. Siehe Polizeiverordnung: Belästigung der Allgemeinheit.

Außerdem entgehen der Stadt beträchtliche Einnahmen (innerhalb von zehn Minuten siebzehn Radfahrer).

Margot Neitzel

Kirchheim, Armbruststraße

Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.