Lokales

Europasieger "Chikago Red" kommt aus Bissingen

SCHÖNBRONN Anlässlich des Weidefestivals 2004, das dieses Jahr im fränkischen Schönbronn bei Rothenburg ob der Tauber stattfand, fand die IV. Europäische Fleischrinderschau statt. Dort traten knapp 200 Fleischrinder aus Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Österreich und der Schweiz, 57 Bullen, 40 Kühe mit ihren Kälbern und 52 Rinder beziehungsweise Färsen aus 14 verschiedenen Rassen zur Konkurrenz um die Titel Klassensieger, Rassesieger und um die begehrtesten, die Europasieger, an.

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Die Rinderunion Baden-Württemberg war in Schönbronn zahlenmäßig stark wie nie zuvor und mit zwei Europasiegern, drei Europa-Reservesiegern und darüber hinaus einem Rassesieger und mehreren Klassesiegern äußerst erfolgreich vertreten. Insgesamt 46 Schautiere, 17 Bullen, 16 Kühe mit ihren Kälbern und 13 Rinder beziehungsweise Färsen acht verschiedener Rassen, ein mehr als doppelt so starkes Kontingent wie zwei Jahre zuvor auf der III. Europäischen Fleischrinderschau, vertraten die Landesfarben. Einziger Wermutstropfen dieser international viel beachteten Veranstaltung war der strömende Regen, der die gesamte Zeit des Preisrichtens am Samstag niederprasselte und sicherlich viele Schaulustige von einem Besuch abschreckte. Am Sonntag, dem Tag der Preisverleihung und der Schau der Besten, hatte der Wettergott ein Einsehen, sodass ein breites Publikum die bunte Vielfalt der verschiedenen Fleischrinderrassen bewundern konnten.


Konkurrierten in einer Rasse mindestens neun Tiere in mindestens drei Klassen, wobei die Klassen nach Kategorie Bulle, Kuh, Färse oder innerhalb einer Kategorie nach dem Alter eingeteilt waren, gab es den Titel Europasieger und Reservesieger. Alle drei Galloway-Klassensieger kommen dieses Jahr aus Baden-Württemberg. Europasieger mit seinem hervorragend bemuskelten, typvollen, in der seltenen roten Farbe gezogenen Bullen "Neandertal Chikago Red" wurde Karl Ederle aus Bissingen. Der mit fünf Jahren ausgewachsene "Neandertal Chikago Red" brachte mit 886 Kilogramm fast 18 Zentner auf die Waage und wurde in den Merkmalen Rassetyp und Ausprägung der Bemuskelung jeweils mit der Höchstnote 9 bewertet. Dass "Neandertal Chikago Red" nicht nur selbst gut aussieht und den Idealtyp eines Gallowaybullen verkörpert, sondern seine überdurchschnittliche Veranlagung auch weitervererbt, zeigen seine zahlreichen Nachkommen: So wurden zum Beispiel im April 2003 sein Sohn "Cäsar vom Rauberhof" auf der ersten Landes-Jungtierschau Körsieger und Siegerbulle und seine Tochter "Bonnie vom Rauberhof" auf der zweiten Landes-Jungtierschau im April dieses Jahres Klassensiegerin.


Galloways gehören zu den so genannten kleinrahmigen Robust- beziehungsweise Extensivrassen, sind widerstandsfähig, anspruchslos und charakterlich ausgesprochen gutartig. Galloways zählen zu den wenigen Rinderrassen, die genetisch, also von Natur aus, hornlos sind. Sie werden meist in der schwarzen Farbe gezüchtet, daneben gibt es auch wenige rote, weiße und blonde Tiere. Die Nachkommen, die nicht zur Zucht verkauft oder im eigenen Betrieb nachgestellt werden, vermarktet Karl Ederle direkt ab Hof. Dieses Qualitätsrindfleisch vom Weiderind ist viel gefragt und meist nur direkt vom Betrieb zu beziehen.

Der stattliche Europasieger in Schönbronn: Galloway-Bulle "Neandertal Chikago Red" und sein stolzer Besitzer Karl Ederle aus Bissingen.