Lokales

Exkursion zu Kriegsgräbern

Schüler für ihren Sammeleifer belohnt

Für die erfolgreichsten Sammler aus Schulen der Region Stuttgart hatte der Bezirk Nordwürttemberg des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge wieder ein „Bonbon“ bereit: eine Exkursion mit dem Bus ins benachbarte Elsass, begleitet durch den Volksbund-Geschäftsführer für Nordwürttemberg, Wolfgang Steng. Eingeladen waren auch Schüler der Teckschule Dettingen.

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Dettingen. Seit über 30 Jahren organisiert der Stuttgarter Volksbund für besonders fleißige Sammler eine „Belohnungsfahrt“ ins Elsass, bei der ein Besuch des großen deutschen Soldatenfriedhofs Niederbronn (Unterelsass) auf dem Programm steht – diesmal auch mit einem längeren Aufenthalt in der dortigen „Jugendbegegnungsstätte Albert Schweitzer“ des Volksbundes verbunden. Die Besten der Herbstsammlung 2009 waren eingeladen, darunter Kath­rin Seyfang, Melanie König, Marcel Fazekas, Michael Holzhauer und Sebastian Müller von der Teckschule Dettingen.

Erste Station der lehrreichen Fahrt war ein restaurierter Infanterie-Kampfblock der Maginot-Linie in Hatten/Elsass. Diese Verteidigungslinie errichteten die Franzosen nach dem Ersten Weltkrieg als Grenzschutz entlang des Rheins bis hin zur Schweizer Grenze. Im Februar 1945 tobte um die Ortschaft Hatten eine große, verlustreiche Panzerschlacht.

Auf dem deutschen Soldatenfriedhof Niederbronn in der Nähe des bedeutendsten Kur- und Thermalbadeortes im Elsass, Niederbronn-les-Bains, liegen über 15 500 Gefallene des Zweiten Weltkriegs, darunter 133 Kriegstote aus Stuttgart. Der Leiter der Volksbund-Jugendbegegnungsstätte, Bernard Klein, erklärte, warum hier bei Niederbronn eine große Kriegsgräberstätte entstanden ist und was an Begabung, Leid und Hoffnung die unseligen Kriege verschlingen. Deshalb will der Volksbund mit seiner humanitären Arbeit besonders die jungen Menschen ansprechen und sie Versöhnung über den Gräbern, friedliches und freundschaftliches Zusammenleben und Toleranz lehren. Dazu dienten auch die jährlichen Reisen und Begegnungen des Bezirksverbands Nordwürttemberg.

Eine weitere Station war die geschichtsträchtige elsässische Stadt Wissembourg, an der Grenze zur Pfalz gelegen. In ihr steht die ehemalige Klosterkirche „St. Peter und Paul“, zweitgrößte gotische Kirche des Elsass mit wertvollen Glasfenstern und einem schönen Kreuzgang.

Unterwegs wurden die Teilnehmer über die deutsche Kriegsgräberfürsorge informiert, und dass der Verband derzeit rund zwei Millionen Gräber auf mehr als 840 Soldatenfriedhöfen im Ausland betreut, die in 100 Ländern der Welt liegen, die meisten davon in Frankreich. Für jedes einzelne Grab müssen pro Jahr im Schnitt zehn Euro vom Volksbund aufgewendet werden.

Die Grabpflege wird aus dem Erlös der jährlichen Haus- und Straßensammlung finanziert, für die sich auch die Schüler der Teckschule Dettingen im letzten Herbst erfolgreich eingesetzt hatten.

Die Teilnehmer der „Belohn ungsfahrt“ erfuhren Interessantes aus der Geschichte des Elsass und seiner leidgeplagten Einwohner, bei denen innerhalb eines Menschenlebens infolge von Krieg und Eroberung ihrer Heimat fünf Mal die Nationalität gewechselt hat. pm