Lokales

Experiment endet böse

Eigentlich hatten die fünf Schüler des Kirchheimer Schlossgymnasiums nur ein magisches Phänomen nachspielen wollen, das sie am Abend zuvor in einer Fernsehshow gesehen hatten. Der Spaß endete jedoch mit einem Unglück: Einer der 14-Jährigen erlitt schwere Kopfverletzungen.

BIANCA LÜTZ

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KIRCHHEIM Die Suche nach einem Nachfolger für den "Mentalisten" Uri Geller lockt jede Woche Millionen von Zuschauern vor die Fernsehbildschirme. Auch einige Schüler des Schlossgymnasiums hatten am Dienstagabend eingeschaltet, als es in "The Next Uri Geller"-Show darum ging, andere Personen schweben zu lassen.

Das magische Experiment, das sie am Abend zuvor im Fernsehen beobachtet hatten, versuchten die fünf Achtklässler dann gestern in der großen Pause im Foyer des Schlossgymnasiums zu imitierern: Vier von ihnen griffen den fünften nur mit ihren ausgestreckten Zeigefingern in die Kniekehlen sowie unter die Achseln und hoben ihn in die Luft. "Das hat zwei Mal geklappt. Beim dritten Mal ist der Schüler zu Fall gekommen und schlug mit dem Kopf auf dem Boden auf", sagt Thomas Pitzinger, Leiter des Kirchheimer Polizeireviers. Der 14-Jährige wurde sofort mit dem Hubschrauber ins Kirchheimer Krankenhaus gebracht. "Es besteht der Verdacht auf Schädelbasisbruch", so Pitzinger.

Passiert sei der Unfall vermutlich, weil der 14-Jährige leichter war als seine beiden "schwebenden" Vorgänger und seine Klassenkameraden ihn dadurch stärker in die Luft geworfen hätten als beabsichtigt. Der Versuch der vier Achtklässler, ihren Klassenkamereaden noch aufzufangen, misslang.

Dass sich in Kirchheim ein solcher, durch Medien motivierter Unglücksfall ereignet hat, hält Revierleiter Thomas Pitzinger für äußerst bedauerlich. "Wir sind aber froh, dass es sich nicht wie anfangs befürchtet um ein Gewaltdelikt handelt", so Pitzinger. Dass keine böse Absicht im Spiel gewesen sei, bestätigt auch Siegfried Hepe, kommissarischer Leiter des Schlossgymnasiums: "Das war eigentlich eine ganz harmlose Sache, mit der alle fünf Schüler einverstanden waren und die dann leider unglücklich endete."