Lokales

Fachseminare konkurrieren weiter

Die Entscheidung bezüglich des Pädagogischen Fachseminars (PFS) Kirchheim ist offen und zwischen den betroffenen Ministerien teilweise strittig. MdL Karl Zimmermann und Bürgermeister Günter Riemer trafen sich deshalb am Mittwoch mit Vertretern des Finanz- und Kultusministeriums in Stuttgart.

KIRCHHEIM / STUTTGART Der Leitende Ministerialrat Wolfgang Fischer vom Finanzministerium hob den Einsatz der Mandatsträger aus der Stadt Kirchheim, insbesondere des CDU-Abgeordneten Zimmermann hervor, der sich auf allen Ebenen für Erhalt und Sanierung des PFS in Kirchheim stark mache. Die Hoffnung, dass die jüngste Sitzung zwischen Finanzministerium und Kultusministerium einen gemeinsamen Bericht dem Ministerrat zur abschließenden Entscheidung vorlegen könnte, hat sich jedoch zerschlagen.

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Die Wirtschaftlichkeitsberechnungen und Bedarfsbemessungen des Finanzministeriums und des Kultusministeriums divergierten zu stark, als dass man sich auf eine Empfehlung an das Kabinett hätte festlegen können, ließen Zimmermann und Riemer in einer gemeinsamen Pressemitteilung verlauten. Für das Finanzministerium wird eine Zusammenlegung beider Fachseminare als wirtschaftlicher eingeschätzt, wogegen das Kultusministerium auf den Erhalt aller drei PFS in Kirchheim, Karlsruhe und Schwäbisch Gmünd besteht und eher noch ein viertes in Oberschwaben befürwortet.

Unbestritten ist für das Kultusministerium die Priorität Kirchheims auf Grund der größeren Fächerkombination bei der theoretischen Ausbildung und beim Praxiseinsatz in den Schulen der Umgebung. Nach neuesten Berechnungen werden für das PFS Kirchheim 6,2 Millionen Euro an Sanierungsaufwendungen veranschlagt, während in Schwäbisch Gmünd nur 2,5 Millionen anfallen, auch wenn die Studenten Kirchheims dort aufgenommen würden. Dabei ist zu beachten, dass die dafür möglichen Räume von der PH beansprucht werden.

Nach der mehrere Stunden andauernden Besprechung, zuerst beim Finanzministerium und anschließend beim Kultusministerium, zeigten sich sowohl der CDU-Mann wie auch der Bürgermeister überzeugt, dass eine Entscheidung zu Gunsten Kirchheims sehr wahrscheinlich sei. Die pädagogische Komponente spreche eindeutig für den Standort Kirchheim. Das Lehrpersonal aus den PFS im Lande, so Zimmermann, sei durch die praxisorientierte Ausbildung bestens für die Schulen der Klassen eins bis zur Mittelstufe Gymnasium geeignet. Das in Kirchheim angebotene breite Spektrum in der Fächerkombination Sport, Musik, Kunst, Technik, Werken und Informatik sei ein gewichtiges Pfund bei der Abwägung aller Faktoren.

Vor einer Beschlussempfehlung beider Ministerien an den Ministerrat soll eine Information erfolgen. Die Entscheidung wird möglicherweise erst nach der Sommerpause getroffen. Bis dahin will Zimmermann die Standortfrage auch in der Fraktion thematisieren. Bürgermeister Riemer, der die hohe Akzeptanz des PFS in der Kirchheimer Bevölkerung deutlich machte, zeigte sich erfreut über das Gesprächsergebnis. Er betonte die große Bedeutung des PFS für die Entwicklung der Stadt und sagte die weiterhin begleitende Unterstützung für den Standort Kirchheim zu.

pm