Lokales

"Fahrpreiserhöhung ist ein völlig falsches Signal"

Die Grüne Regionalfraktion kritisiert die beabsichtigte Erhöhung der Fahrpreise und fordert eine gerechte Verkehrsfinanzierung.

STUTTGART Ab 1. Januar sollen die Tarife von SSB und VVS um 3,5 Prozent steigen. Die Erhöhung soll dem VVS rund zehn Millionen Euro bringen, die SSB würden davon 4,8 Millionen Euro erhalten.

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Die SSB argumentiert mit der Notwendigkeit, von außen verursachte Ertragseinbrüche in Höhe von 2,8 Millionen Euro kompensieren zu müssen. Massive Zuschusskürzungen des Landes treffen die Beförderung Schwerbehinderter, von Schülern und den Ausgleich für die kostenlose Radmitnahme.

Die Grünen in der Region meinen, die VVS-Fahrpreiserhöhung sei ein völlig falsches Signal. "Die Zunahme der Umweltbelastungen durch den Individualverkehr erfordert es, Maßnahmen dagegen zu treffen und den umweltfreundlichen ÖPNV mehr zu fördern als bisher", erklärt Regionalrat Josef Matschiner, Mitglied des Verkehrsausschusses. Mit der Preisspirale beim ÖPNV müsse endlich Schluss gemacht werden.

Die Grüne Regionalfraktion appelliert eindringlich an das Land Baden-Württemberg, sich nicht aus seiner Verantwortung für den ÖPNV zurückzuziehen. Es kann nicht sein, dass im endlich vorliegenden Luftreinhalteplan des Regierungspräsidiums Maßnahmen zur Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene gefordert werden, gleichzeitig aber die Zuschüsse des Landes an den ÖPNV drastisch zurückgefahren werden. So werde zum Beispiel im Maßnahmenkatalog eine Umweltkarte vorgeschlagen. Den Prototyp einer Umweltkarte, den Pass Orange, gebe es beim VVS schon. Durch die geplante Fahrpreiserhöhung von über 100 Prozent bei gleichzeitiger Leistungseinschränkung werde er allerdings in der Akzeptanz der ÖPNV-Kunden stark sinken.

"So verprellt man Stammkunden", kritisiert Regionalrätin Margit Riedinger, "die angekündigte Tariferhöhung wird dazu führen, dass viele Leute, Pendler und Gelegenheitsfahrer wieder aufs Auto umsteigen werden. Wir brauchen eine Wende in der städtischen Verkehrspolitik: Man darf die Leute nicht weiter mit üppigem Parkraumangebot und kostenlosem Kurzzeitparken und Gutzeitkarten mit dem Auto in die Zentren locken."

pm