Lokales

Faktor Zeitgeist

KIRCHHEIM "Tempora mutantur" "Die Zeiten ändern sich". Als aktueller denn je erweist sich der

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IRENE STRIFLER

alte Hexameter-Bestandteil im Fall der Neuauflage der Kirchheimer Ikea-Geschichte.

Allein die Zahl der Arbeitsplätze, die der Elch unter die Teck bringen könnte, erstickt Kritik an der Ansiedlung weitgehend im Keim. In Zeiten knapper Kassen wird ein zugkräftiges Unternehmen wie Ikea bereitwillig hofiert. Statt über eine mögliche Verkehrszunahme zu lamentieren, werden notwendige Straßenbaumaßnahmen als städtebauliche Chancen gewertet.

Innerhalb eines Jahrzehnts hat sich der Zeitgeist komplett gewandelt. "Wir waren ja sowas von wirtschaftsfeindlich damals", bringt Alt-OB Jakob die Stimmung der frühen 90er-Jahre auf den Punkt. An den Folgen tragen die heutigen Verantwortlichen schwer. Pikanterweise sind dies in nicht geringem Maße die gleichen wie damals, zum Teil in entscheidenderen Positionen. Sie alle haben Lehrgeld gezahlt.

Die Hoffnung ruht nun erneut auf der Veränderung, diesmal der überregionalen politischen Rahmenbedingungen. Die Entscheidung liegt heute weniger in Kirchheimer Hand als damals. Fragt sich, ob der erhoffte Wandel schnell genug vonstatten geht, ehe der Elch wieder die Geduld verliert.