Lokales

Familienausflug einmal anders

Ziel der Malteser-Jugend Kirchheim war jüngst das Bundeswehrkrankenhaus Ulm, um den dort stationierten Rettungshubschrauber des ADAC zu besichtigen.

KIRCHHEIM Einmal im Jahr macht die Malteser-Jugend in Kirchheim einen Ausflug, bei dem sich die Eltern und Geschwister der Jugendgruppe beteiligen. Für den Ausflug am 25. Januar 2008 wurde das Ziel "Rettungshubschrauber gewählt. In Ulm angekommen, gab es dann zunächst enttäuschte Gesichter: Landeplatz als auch Hangar waren leer. An der Station wurde mitgeteilt, dass der Helikopter im Einsatz nach Schwäbisch Gmünd sei und in 45 Minuten wieder zurückzuerwarten sei. Doch keine 20 Minuten später setzte die BK 117 direkt auf der fahrbaren Plattform zum Landeanflug an.

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Als die Rotorblätter zum Stillstand kamen, wurde der Helikopter in die neu gebaute Halle transportiert, und man durfte nun die ersten Blicke in das Innere wagen. Die BK 117 ist der meist verwendete Rettungshubschrauber. Unter anderem erfuhren die Kirchheimer Gäste, dass dieses Rettungsmittel etwa 300 Liter Kerosin je Flugstunde benötigt. Mit einer vollen Betankung könnte der Hubschrauber je nach Wind und Wetterverhältnisse ungefähr 570 Kilometer weit fliegen. Weitere Informationen, wie das Einsatzgebiet, das einen Radius von etwa 70 Kilometer um den Standort beträgt, kamen zur Sprache. Der Helikopter ist außerdem für den Nachtflug ausgerüstet, falls er mal länger unterwegs ist, als die Sonne scheint. So ist die Möglichkeit des Heimfluges gegeben, der jedoch mit erheblichen Gefahren verbunden wäre, da zum Beispiel die Hochspannungsleitungen nicht oder zu spät erkannt werden könnten. Die eigentliche Einsatzzeit geht von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang.

Nach der Alarmierung über die Rettungsleitstelle, braucht die Crew nicht einmal zwei Minuten, um den Rettungshubschrauber in die Luft zu bringen. Die Crew besteht aus einem erfahrenen Piloten, einem Notarzt und einem erfahrenen Rettungsassistenten, der nicht nur seine medizinischen Voraussetzung erfüllen muss, sondern auch eine Zusatzqualifikation als Helicopter Emergency Medical Service (HEMS) benötigt. Der Rettungsassistent hat während des Fluges auch die Aufgabe, den Piloten bei der Navigation und dem Funkverkehr mit der Rettungsleitstelle zu unterstützen. Außerdem muss er den Luftraum beobachten, um mögliche Gefahren zu erkennen.

Die medizinische Ausstattung ist so, wie wenn man den Rettungswagen und das Notarzt-Einsatzfahrzeug zusammenlegt. In der Zelle wird jeder Stauraum ausgenutzt. Platz gibt es für ein Beatmungsgerät, das mit drei mitgeführten Sauerstoffflaschen verbunden werden kann. Weiter im Sortiment geht es mit drei Notfallrucksäcken mit den unterschiedlichsten Inhalten. Weitere Ausrüstungen wie eine Defibrillator und verschiedenste Schienen zum Ruhigstellen von gebrochenen Gliedmaßen stehen zur Versorgung bereit. Nicht zu vergessen ist die Trage, auf der sich bereits eine Vakuummatratze befindet.

Weitere Infos zur Malteser-Jugend gibt es unter der Telefonnummer 0 70 21/9 50 52-0, oder unter jugend@malteser-kirchheim.de.

pm