Lokales

Familienpolitik gefragt

Bei der Hauptversammlung der Senioren-Union des CDU-Kreisverbands Esslingen stand neben den Neuwahlen auch ein Referat der Bundestagsabgeordneten Annette Widmann-Mauz auf dem Programm.

KÖNGEN Karl-Hermann Raff, stellvertretender Vorsitzender, konnte in Köngen knapp 40 Mitglieder der Senioren-Union und Gäste begrüßen. Yvonne Bauder, die CDU-Geschäftsführerin, nahm zunächst die Entlastungen des bisherigen Vorstands und der Beisitzer vor. Diese erfolgte einstimmig. Die Neuwahlen brachten folgendes Ergebnis: Erster Vorsitzender Karl-Hermann Raff, Stellvertretende Vorsitzende Erika Bauer und Hans-Jürgen Mosel, Schatzmeister Emil Purschke und Schriftführer Helmut Klein. Als Beisitzer wurden gewählt beziehungsweise bestätigt: Otto Kappel, Gerold Kuchelmeister, Kurt Mayer, Ernst Niehörster und dessen Stellverteter Matthias Krautheim und Heinrich Theil; Kassenprüfer Dr. Dünnebier und Gerold Kuchelmeister. Die Abstimmung erfolgte einstimmig bei Enthaltung der Betroffenen.

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Annette Widmann-Mauz sollte über das Thema "Was können wir ältere Menschen von den Sozialreformen erwarten" referieren. Sie meinte allerdings, das Thema müsste besser heißen: "Was wird bei den Sozialreformen von den älteren Menschen erwartet". Durch steigende Arzneimittelkosten, Beiträge, Energiekosten und vieles mehr würden die Päckchen, nicht nur für Rentner, immer kleiner. Die neuen Mitglieder in der EU, vor allem im Osten, hätten viel geringere Löhne. "Dies können wir nur mit einem besseren Know-how und besserer Qualität wettmachen", so die Abgeordnete.

Bei der Gesundheits- und Rentenpolitik sei es so, dass die Alterspyramide und die Globalisierung wie eine Eisenkugel am Bein hinge. Die Menschen würden immer älter, es sei heute keine Seltenheit, dass Leute bis zu 25 Jahre Rente beziehen würden. Früher, bei einer Lebenserwartung von 65 bis 70 Jahren, sei der Rentenbezug gerade mal zirka fünf Jahre gewesen. Ohne Beitragsanpassung sei das nicht zu schaffen. Man könne der jüngeren Generation nicht alles aufbürden. Patentrezepte gebe es nicht, nur kleine Drehungen an den Stellschrauben würden weiterhelfen. Deshalb sei es nötig, eine knallharte Familienpolitik zu betreiben, wenn dies früher auch verpönt gewesen wäre.

Die Abgeordneten Michael Hennrich und Markus Grübel berichteten von der Arbeit im Bundestag, die zurzeit bestimmt ist von der Visa-Affäre um Bundesaußenminister Fischer, das Antidiskriminierungsgesetz und die Landtagswahlen in Schleswig-Holstein sowie die enorm hohe Arbeitslosigkeit. In der Diskussion zeigte sich, dass die Menschen außerordentlich an den aktuellen politischen Themen interessiert sind: Die Abgeordneten mussten zu manchen Problemen Stellung nehmen.

hk