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Fast alle Branchen zufrieden

Die Stimmungs- und Geschäftslage im baden-württembergischen Handwerk ist gut, teilte Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle mit. Dies gelte für fast alle Branchen. Damit hätten sich die positiven Vorzeichen des vergangenen Jahres fortgesetzt.

STUTTGART Der BWHT-Konjunkturindikator, der die Geschäftslage im Handwerk widerspiegelt, lag bei 27 Punkten und damit 19 Indexpunkte über dem Vorjahresquartal. "Für das erste Jahresquartal wurde damit der höchste Wert seit 2000 erreicht", sagte der Präsident des Baden-Württembergischen Handwerkstages (BWHT). Getragen werde diese positive Entwicklung trotz der ungünstigen Wetterlage vor allem vom Baugewerbe. Möhrle: "Allerdings hinken die betriebsrelevanten Erfolgsfaktoren Umsatz, Auftragsvolumen und Auslastung noch hinterher." Dies ergab die vierteljährliche Telefonumfrage unter tausend Handwerksbetrieben.

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Der saisonal bedingte Konjunkturrückgang im ersten Quartal des Jahres fiel deutlich schwächer aus als in den Vorjahren. Während jedoch die Geschäftslage beim Handwerk für den gewerblichen Bedarf, dem personenbezogenen Dienstleistungshandwerk, dem Bauhaupt- und Ausbaugewerbe sowie dem Nahrungsmittelgewerbe größtenteils deutliche Verbesserungen aufwieß, kam das Kraftfahrzeughandwerk nicht so richtig in Schwung und die Geschäftslage im Gesundheitsgewerbe verschlechterte sich. Hier zeigten sich die negativen Auswirkungen der Gesundheitsreform.

Erfreulich entwickelten sich insgesamt die Umsätze. Zwar verbuchten im Vergleich zum Vorquartal nur 16 Prozent der befragten Betriebe ein Umsatzplus und 46 Prozent ein Umsatzminus. Trotzdem lagen die Zahlen deutlich über den vergleichbaren Vorjahresquartalen. Möhrle: "Erstmals zeichnet sich auch ein Ende des seit Jahren andauernden Beschäftigtenabbaus ab." Aktuell hielten sich die Betriebe, die abbauen wollen gegenüber denjenigen, die Personal einstellen, fast die Waage.

Für das laufende Jahr rechnet Möhrle in allen Handwerksbereichen mit einer weiteren Konjunkturverbesserung. Er setze auf positive Effekte aus dem Auslaufen der Eigenheimzulage, die staatlichen Konjunkturprogramme zur Gebäudesanierung und die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen im privaten Wohnungsbestand.

Das Handwerk im Land beschäftigt 760 000 Mitarbeiter in 125 000 Betrieben, bildet 56 300 Menschen aus und erwirtschaftet einen Umsatz von 63 Milliarden Euro.

pm