Lokales

Fast nur erfreuliche Zahlen vorgelegt

Gut vorbereitet wie immer, ging die 52. Verbandsversammlung des Gruppenklärwerks in der Holzmadener Gemeindehalle über die Bühne. Ohne Diskussion wurde der Jahresabschluss 2005 von den Verbandsvertretern angenommen, zufrieden wurde der Bericht des Geschäftsführers über die Ausführung des Wirtschaftsplanes 2006 entgegengenommen und auch die Feststellung des Wirtschaftsplanes 2007 war problemlos.

RUDOLF STÄBLER

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HOLZMADEN Verbandsvorsitzender Hans Weil, Bürgermeister der Gemeinde Köngen, eröffnete die 52. Verbandsversammlung und bescheinigte zunächst "seiner Mannschaft in Wendlingen" eine solide Leistung, und das bei rückläufigen Umlagen für die Verbandsgemeinden, wie er betonte.

Gastgeber war diesmal die Gemeinde Holzmaden und Bürgermeister Jürgen Riehle stellte in kurzen Worten seine Gemeinde vor. Er vergaß dabei auch nicht, die Werbetrommel für seine "Sauriergemeinde" zu rühren und wies auf das Museum Hauff und den Urweltsteinbruch Fischer hin, die immerhin jährlich rund 100 000 Besucher nach Holzmaden bringen. Neben guten Wünschen erhielten die Versammelten auch noch eine Tasche mit Informationen über die Gemeinde. Mit der Bemerkung: "Wir sind zwar arm, aber nicht ärmlich", hatte er die Lacher auf seiner Seite.

Geschäftsführer Peter Dietrich präsentierte den Jahresabschluss 2005. Das Bilanzvolumen hat sich geringfügig auf 24 Millionen Euro verringert. Auf der Aktivseite verringerte sich das Anlagevermögen um knapp 1,2 Millionen Euro. Dabei steht die Abnahme des Anlagevermögens durch planmäßige Abschreibungen in Höhe von 1,9 Millionen einer Zunahme in Höhe von rund 700 000 Euro entgegen. Das Eigenkapital des Zweckverbandes beträgt zum Bilanzstichtag unverändert 12,8 Millionen Euro. Der Eigenkapitalanteil erhöhte sich auf 53,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr von 50,1 Prozent. Zur Freude aller Verbandsmitglieder errechnete sich der inzwischen bereits ausbezahlte Erstattungsbetrag auf 279 000 Euro, da erneut für die Abwasserabgabe keine Umlage erhoben werden musste. Für das Wirtschaftsjahr 2005 wurde auch keine Investitionsumlage erhoben, weil das Eigenkapital künfig reduziert werden soll. So hatten die Verbandsmitglieder keine Schwierigkeiten, dem Jahresabschluss 2005 zuzustimmen. Bei einer Bilanzsumme von knapp 24 Millionen Euro entfallen auf der Aktivseite rund 22,6 Millionen auf das Anlagevermögen. Auf der Passivseite entfallen auf die Rücklagen (Baukostenzuschüsse und Zuschüsse zur Schuldentilgung) annähernd rund 13 Millionen.

Wirtschaftsplan 2006 Nach Aussage von Geschäftsführer Peter Dietrich seien im Wirtschaftsplan des laufenden Jahres alle geplanten und veranschlagten Maßnahmen in die Wege geleitet und zum großen Teil bereits ausgeführt. So sind die Arbeiten an der Fertigstellung der neuen Rechneranlage für die Kläranlage Wendlingen immer noch im Gange, sollen aber bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. Sorgen machte auch die neue Maschine zur Eindeckung des Überschussschlammes der Wendlinger Kläranlage. Diese wurde im März 2006 in Betrieb genommen und arbeitet nach den Worten des Geschäftsführers seither kontinuierlich."Die Maschine bringt die erwartete Leistung zu unserer vollen Zufriedenheit." Damit konnte der bislang vorhandene Engpass in der Klärschlammbehandlungskette beseitigt werden. Die Verzögerung des Baus und der Inbetriebnahme dieser Maschine wurde durch die Insolvenz der Lieferfirma bedingt.

Auch für die von Wendlingen aus betreuten Fremdkläranlagen wurden 2006 schon einige Maßnahmen durchgeführt. In Frickenhausen wurden so die laufenden Maßnahmen zur Betriebsgebäudeerweiterung und Erneuerung der Elektrotechnik für die Kläranlage begleitet. Für die Kläranlage Hegenlohe der Gemeinde Lichtenwald sind verschiedene Verbesserungs- und Einrichtungsmaßnahmen durchzuführen. Für die Kläranlage Notzingen sind einige Optimierungsmaßnahmen geplant, die in Form einer Projektsteuerung betreut und abgewickelt wird. Schließlich stehen für die Kläranlage Großbettlingen umfangreichere Ertüchtigungs- und Verbesserungsmaßnahmen an, die laut Planung 2007/2008 durchgeführt werden sollen. Zwischenzeitlich bemühen sich die Fachleute, den Abwasserreinigungsbetrieb mit den alten technischen Einrichtungen so gut wie möglich aufrecht zu erhalten.

Bereits in der Verbandsversammlung im Mai 2005 wurde berichtet, dass bei der Faulbehälteranlage der Kläranlage Wendlingen ein größerer Schaden aufgetreten ist, an dessen Beseitigung immer noch sehr intensiv gearbeit wird. Nachdem Reparaturarbeiten nicht mehr möglich waren, wurde vom Verwaltungsrat des Gruppenklärwerks beschlossen, für den Faulbehälter eine neue Decke zu bauen. Mit dem Bau der neuen Decke ist nach den komplizierten Abbrucharbeiten inzwischen begonnen worden. Diese soll noch 2006 fertiggestellt werden. Dietrich machte klar, dass vor allem die Handlungsweise der Gebäudeversicherung zu einer erheblichen Verzögerung der Schadensbeteiligung und in der Folge dann auch zu einer spürbaren Verteuerung der Baumaßnahme geführt habe. Abschließend stellte der Geschäftsführer heraus, dass sich trotz aller Probleme zum jetzigen Zeitpunkt ein positives Ergebnis abzeichne. Die "Sonstigen Umsatzerlöse" lägen momentan über dem anteiligen Planansatz. Bei den Zinserträgen aus Geldanlagen liege das Ergebnis ebenfalls über dem Planansatz. Zur Freude der Verbandsgemeinden schloss Dietrich: "Es kann daher voraussichtlich wieder mit Umlagerückzahlungen gerechnet werden."

Vorausschau auf 2007Abschließend erhielten die Verbandsmitglieder noch einen Ausblick auf das kommende Jahr. Dabei liegt der Erfolgsplan mit einem Gesamtvolumen von knapp über 6 Millionen Euro um 0,70% unter dem des Vorjahres. So sind die erwarteten Erlöse aus Dienstleistungen für Dritte niedriger als im Vorjahr veranschlagt worden, weil trotz höherer Erlöse im Bereich der Betriebsführungen die Erlöse aus der Fremdstoffannahme geringer ausfallen werden. Zum einen wurde von der Gemeinde Lenningen die Vereinbarung zur Klärschlammverwendung zum 31. Dezember dieses Jahres gekündigt und zum anderen ist die Abnahme von Fettabscheidergut wegen der Baumaßnahmen am Faulbehälter rückläufig. Der Vermögensplan liegt bedingt durch die einmalige Eigenkapitalrückzahlung 2006 mit 2,6 Millionen Euro um knapp 8,9 Millionen Euro unter dem des Vorjahres. Laut Plan sind für das kommende Jahr Investitionen von etwas über einer Million Euro geplant. Den größten Ausgabeblock werden die planmäßigen Tilgungen darstellen, die in den Jahren 2008 bis 2011 mit 5,3 Millionen Euro zu Buche schlagen. Trotzdem sollen in den genannten Jahren die geplanten Einnahmen die Ausgaben um rund 927 000 Euro übersteigen.

Im Rahmen des Wirtschaftsplanes 2007 wurde vom Geschäftsführer vorgeschlagen, eine weitere Aushilfsstelle als 400-Euro-Job für Grünpflege und allgemeine Säuberungsarbeiten einzurichten. Die Alternative wäre der Einsatz von Leiharbeitern oder Fremdfirmen. Diese seien jedoch teurer, warnt Dietrich. Auch der Wegnahme eines "Sperrvermerks" für eine dritte Elektrikerstelle stand die Verbandsversammlung aufgeschlossen gegenüber. Der Geschäftsführer betonte: "Die seit Jahren rückläufigen Umlagen des GKW zeigen, dass wir mit unserer Strategie der qualifizierten Instandhaltung mit eigenem Personal richtig liegen. Diese sollte auch beibehalten werden."

VerabschiedungZum Schluss der Verbandsversammlung in der Gemeindehalle Holzmaden ging es auch noch um Persönliches. Der Verbandsvorsitzende Hans Weil musste den ehemaligen Kirchheimer Stadtkämmerer Hans-Albrecht Remshardt nach dessen Eintritt in den Ruhestand verabschieden. Dieser saß immerhin 17 Jahre als Vertreter der Stadt Kirchheim im Gremium und "habe sehr viele gute Ideen, aber auch Kritik eingebracht." Sein öfteres Stirnerunzeln, das Weil an ihm bemerkt habe, bezeichnete Remshardt als Ergebnis des Alterns. Mit kleinen Gaben wurde er verabschiedet. Als sein Nachfolger wurde der neue Kirchheimer Kämmerer Herbert Sedlaczek-Kohl gewählt.