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"FDP hat gekämpft und gewonnen"

KIRCHHEIM "Für die FDP freue ich mich, für Deutschland freue ich mich nicht", kommentierte Ellen Winkler-Oberman, Bundestagskandidatin für die FDP im Wahlkreis Nürtingen-Kirchheim, gestern Abend die Hochrechnungen zur Bundestagswahl.

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Dass ihre Partei im Wahlkreis einen Zuwachs von fünf Prozent erreicht hat, stufte sie als "tolles Kompliment" ein. "Wir haben wie die Löwen gekämpft und gewonnen", sagte Winkler-Oberman. Getrübt wurde ihre gute Stimmung jedoch, weil eine schwarz-gelbe Regierung in weite Ferne gerückt ist: "Ich hätte doch gehofft, dass es deutlich reicht", gestand sie. In der entflammten Diskussion um mögliche Koalitionen bezog Winkler-Oberman deutlich Stellung: "Mit den Grünen könnte man durchaus zusammenarbeiten", machte sie klar, dass sie persönlich eine "Jamaika-Koalition" aus Union, FDP und Grünen favorisieren würde. Ihre eigene Nähe zu den Grünen werde jedoch leider nicht vom Parteivorsitz geteilt, bedauerte die FDP-Frau. Auch zu einer rot-gelb-grünen Ampel-Koalition bezog Winkler-Oberman klar Stellung: "Niemals", sagte sie, "ein Kanzler Schröder kommt für mich nicht infrage".

Dass sie selbst lediglich fünf Prozent der Erststimmen auf sich vereinen konnte, ist für Ellen Winkler-Oberman kein Problem: "Ich habe für Zweitstimmen gekämpft." Ob die FDP-Kandidatin tatsächlich in den Bundestag einziehen wird, war bei Redaktionsschluss noch unklar. Auf Listenplatz zehn gesetzt, beurteilte die Gesundheits- und Sozialpolitik-Expertin ihre Chancen auf einen Sitz im Parlament angesichts der guten Ergebnisse ihrer Partei auf Bundesebene jedoch als hoch.

bil