Lokales

Fehlbetrag droht

In der ersten Sitzung nach der Sommerpause hatte der Gemeinderat Ohmden gleich eine Kröte zu schlucken. Die Verwaltung präsentierte den von Einnahmeausfällen geprägten Finanzzwischenbericht 2005.

RUDOLF STÄBLER

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OHMDEN Leider, so Bürgermeister Merkle in seiner Erläuterung zum Finanzzwischenbericht, unterscheide sich in Ohmden das Jahr 2005 nicht von den Vorjahren, weshalb es auch diesmal wenig Positives zu berichten gebe. So ist es seinen Worten nach zu befürchten, dass wiederum die ohnedies schon zu geringen Einnahmen den Planansatz nicht erreichen werden und sicherlich auch noch unerwartete Mehrausgaben bis zum Jahresabschluss anfallen. Teilweise, so der Bürgermeister, sei dies bereits schon geschehen.

Während die Gemeinde bei der Grundsteuer absolut im planmäßigen Rahmen liegt, sorgt die Gewerbesteuer für gewaltiges Stirnerunzeln. Mit 42 000 Euro hatte man in Ohmden gerechnet, inzwischen ist der Optimismus stark gesunken, gerade mal 17 000 Euro werden bis zum Jahresende erwartet. So wurde das Planziel um rund 60 Prozent verfehlt.

Von 610 000 auf 592 000 Euro soll der Anteil an der Einkommensteuer sinken. In der Gesamtbilanz macht das, nach den Berechnungen von Weilheims Stadtkämmerer Philipp, bei den Steuern und Zuweisungen ein Minus von 43 000 Euro aus. Bei den Konzessionsabgaben und den Holzerlösen sieht der Finanzfachmann eine leichte Steigerung von zusammen 13 000 Euro, sodass im Verwaltungshaushalt insgesamt mit Wenigereinnahmen von 30 000 Euro gerechnet werden muss.

Keine wesentlichen Änderungen gibt es nach Meinung der Verwaltung bei den Ausgaben im Verwaltungshaushalt. Momentan rechnet man mit Einsparungen von etwa 9000 Euro. Letztlich fehlen somit rund 243 300 Euro zum Ausgleich des Verwaltungshaushalts der Gemeinde. Eine äußerst bedenkliche Entwicklung, wie der Rathauschef betonte.

Der Vermögenshaushalt der Gemeinde Ohmden umfasst nur sehr wenige Vorhaben. Beim wichtigsten Bauvorhaben Sanierung Dach der Gemeindehalle zeichnet sich nach den Vergaben ab, dass die bereitgestellten 60 000 Euro wohl nicht ausreichen werden. Gleiches gilt bei der Beschaffung eines Kleintraktors für den Bauhof, wo der Planansatz von 20 000 Euro sicherlich auch aufgestockt werden muss. Überraschend kam der Abbruch des Asylbewerberhauses in der Holzmadener Straße. Dies hat die Gemeinde 9000 Euro gekostet.

Der Gemeinderat erfuhr, dass neben einer Rücklagenentnahme für den Ausgleich des Verwaltungshaushalts Grundstückserlöse vom Baugebiet "Grubäcker" das einzige Finanzierungsmittel ist. Bisher konnte allerdings erst ein Bauplatz verkauft werden. Insgesamt, so wird von der Verwaltung befürchtet, wird die Gemeinde das Jahr 2005 mit einem deutlichen Fehlbetrag bis zu 50 000 Euro abschließen.