Lokales

"Feiern Sie Auferstehung"

Es gibt eine Geschichte von Helmut Hochrain, die mich immer wieder sehr beeindruckt. Ein Strafgefangener, Charly, genannt Pomade-Ede, wird vor Ostern aus der Haft entlassen. Der Gefängnispfarrer verabschiedet ihn mit den Worten: "Feiern sie Auferstehung, Charly". Die Entlassung soll er als neue Chance, als Anfang eines neuen Lebens, als Auferstehung zu einem neuen Leben begreifen. Pomade-Ede macht sich nicht viel aus der Kirche und mit dem Pfarrer hat er's auch nicht so. Er nimmt das nicht so ernst und im Knast ist der Besuch des Pfarrers eine Abwechslung, die er über sich ergehen lässt. Er ist ja jetzt bald wieder draußen.

Draußen dann versucht er einen Job zu bekommen, um wieder Fuß fassen zu können. Er geht an einer Bäckerei vorbei, an der ein Schild im Schaufenster hängt "Bäckergeselle gesucht". Charly hat mal Bäcker gelernt und so geht er hinein und erkundigt sich nach der Stelle. Er wird von einer Angestellten ins Büro des Chefs gebracht. Sie unterhalten sich, da wird der Chef he-rausgerufen und da sieht Pomade-Ede eine gut gefüllte Kasse auf dem Regal stehen. Soll er sich bedienen und verschwinden? so eine Gelegenheit kommt nicht wieder. Da fällt ihm das Wort des Gefängnispfarrers ein ausgerechnet jetzt. "Feiern sie Auferstehung, Charly". Er widersteht der Versuchung und bekommt die Stelle.

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Das ist mehr als eine schöne Geschichte wie ich meine. Auferstehung ein zentraler Inhalt christlichen Glaubens ist nicht etwas, was sich erst am Ende der Welt ereignet. Auferstehung ist eine Realität, die jetzt schon für uns erfahrbar ist oder erfahrbar sein kann. Jetzt mitten im Leben. Reich Gottes, Himmelreich, ist jetzt hier schon da anfanghaft, aber es ist da.

Wir leben hier auf der Erde nicht nur im Jammertal; das auch immer wieder, wir leben hier auf der Erde auch im Himmelreich. Ich bin überzeugt, dass es in unserem Leben immer wieder Situationen gibt, in denen wir auferstehen, in denen wir aufstehen können. Es ist die Frage, ob wir das Angebot annehmen, das uns gemacht wird.

Das haben diese Auferstehungserfahrungen des Alltags mit der Auferstehung Jesu und der Auferstehung von uns allen am jüngsten Tag gemeinsam wir müssen dieses Angebot annehmen. Gott macht uns das Angebot, das Geschenk, aufstehen zu können zu einem guten, gelingenden Leben hier, jetzt und in der Ewigkeit. Wir brauchen die ausgestreckte Hand Gottes nur zu ergreifen.

In diesem Sinne wünschen ich frohe Ostern gute Auferstehung! Georg Hug, Diakon Katholische Kirchengemeinde Sankt Ulrich