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Feintuning für den Olympia-Motor



EDGAR VELOCI

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KIRCHHEIM Vor allem unter diesem Aspekt steht für die Fumic-Brüder das letzte Rennen vor dem absoluten Höhepunkt in dieser Saison. Das Prickeln hat schon begonnen, zumindest für Manuel Fumic. Der 22-Jährige machte am vergangenen Sonntag, trotz eines klar herausgefahrenen U23-Titels bei den deutschen Meisterschaften keinen vollkommen zufriedenen Eindruck. Er konnte sich angesichts seines Vorsprungs nicht motivieren, noch schneller zu fahren. "Das hat mich gestört, aber vielleicht mache ich mir auch zu viele Gedanken", meinte er im Rückblick. Am Sonntag wird er mit Bruder Lado und Europameister Jose Hermida (Spanien) Gegner anderen Kalibers haben. Insgesamt sieht sich Manuel Fumic aber im Fahrplan. Auch Lado vermittelt einen selbstsicheren Eindruck. Das Bundesliga-Rennen soll die spezifische Wettkampfbelastung bringen, große Erwartungen ans Ergebnis oder gar an eine EM-Revanche gegen Hermida hat Fumic nicht.



Eine ganz andere Bedeutung hat der Bundesliga-Lauf, 25 Kilometer östlich von Freiburg, für Stefan Sahm. Der Bissinger liegt hinter T-Mobile Teamkollege Jochen Käß (Oberstenfeld) auf dem zweiten Rang. Der Abstand ist nach zwei Käß-Siegen in Münsingen und Heubach allerdings so groß, dass Sahm ohne einen Ausfall seines Transalp-Kollegen keine Chance mehr auf seinen ersten Gesamtsieg hat. "Ich will auf jeden Fall Platz zwei sichern und meine eigene Chance im Rennen suchen", sagt er. Seit der EM hat er an der Sitzposition auf seinem Full-Suspension-Bike gefeilt, das er zuletzt häufiger benutzt hatte. Tatsächlich ergaben Nachmessungen, dass die Geometrie anders ausfällt als beim Hardtail. In Sankt Märgen müsste Sahm also nach den letzten Korrekturen mehr Druck auf die Pedale bringen.



Während er die WM-Fahrkarte bereits sicher hat, wird Sankt Märgen für Marc Gölz die letzte Chance sein, auf den WM-Zug nach Les Gets in Frankreich aufzuspringen. Die Form scheint gut, das hat auch Bundestrainer Frank Brückner während der Regio-Tour erkannt.



"Marc ist sehr gut gefahren, aber ich brauche von ihm eine gute Platzierung auf dem Mountainbike, damit ich das vor seiner Konkurrenz rechtfertigen kann", sagt der Dresdner. Marc Gölz ist zuversichtlich, dass er die bringen kann. Trainer Toni Uecker hat wenig Bedenken, dass der Weilheimer die Rundfahrt noch nicht verkraftet haben könnte. "Fünf Tage nach der Sachsentour ging es mir auch schon wieder gut", meinte Gölz.



Im gleichen Rennen versucht Alex Speisekorn vom MTB Teck seine aufsteigende Form zu bestätigen und an Rang 21 bei der U23-DM anzuknüpfen. Junior Julius Henne muss seine Vorstellung in Wadern schnellstens vergessen und sein wahres Leistungsvermögen präsentieren. Benedikt Bosler (alle Team Haspel), der in Wadern als Achter für das beste Ergebnis der Nachwuchs-Truppe sorgte, könnte sich noch steigern und will versuchen, unter die besten Fünf zu kommen. "Das hat er drauf", meint Trainer Stephan Paul. Der Lenninger muss sein Rad an Max Berner (Höfle Corratec) verleihen. Dem brach jüngst die Gabel, sodass er auf Pauls Rad schon die Nachwuchs-DM bestritt.

Will seinen zweiten Platz in der Gesamtwertung verteidigen: Stefan Sahm.