Lokales

Felsiger Namensstreit

Eine erfreulich große Anzahl Albvereinler traf sich, um an der von der Ortsgruppe Kirchheim des Schwäbischen Albvereins angebotenen Halbtageswanderung auf der Alb teilzunehmen.

KIRCHHEIM Das Wetter war nicht strahlend, aber niederschlagsfrei, das Gehen im Schnee oder Schneematsch war streckenweise etwas mühsam, dafür wurden die Wanderer durch eine wunderbar klare, dabei stimmungsvolle Fernsicht belohnt.

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Park- und Startplatz war das Otto-Hoffmeister-Haus. Von dort ging's über die Ziegelhütte, vorbei am Salzmannstein zum oberen Rand des Randecker Maars bis zum Auchtert. Zuerst öffnete sich ein schöner Blick zur Limburg und ins Lindachtal, etwas später sah man die Drei-Kaiser-Berge, dunkelblau, fast drohend, mit einem rosa gefärbten Himmel darüber. Der beschriebene Weg führte am Mörikefels vorbei, wo der ehemalige Gau-Obmann des Teck-Neuffen-Gaus, Heinz Dangel, zu der Gruppe stieß.

Ihm war es ein großes Anliegen, den Albvereinlern zu beweisen, dass dieser sozusagen traditionelle Mörikefels seinen Namen zurecht trägt. Es gibt nämlich Leute, die behaupten, dem spitzigen Fels stehe dieser Name zu. Heinz Dangel zitierte aus Briefen von und an Mörike. Wenn ein Freund an Mörike schreibt: "Wie prächtig muss es jetzt sein... vom grünen Felsen aus das Geschwätz des Hepsisauer Bachs zu belauschen", so kann sich das nur auf den Felsen beziehen, an dem die Gruppe gerade stand. Es gibt aber auch einen Brief von Eduard Mörike an seine Braut, Luise Rau, in dem exakt die Lage des "spitzigen Felsen" beschrieben wird als "ein Plätzchen, das mir besonders ans Herz gewachsen ist". Die folgende Beschreibung passt jedoch eher wieder zum altbekannten Mörikefelsen.

Nun, was spricht dagegen, dass Eduard Mörike beide Felsen gekannt und geliebt hat? Dass er allerdings häufiger am traditionellen Mörikefels war, ist anzunehmen, erstens, weil dieser näher bei Ochsenwang liegt, wo Mörike als Pfarrverweser tätig war und zweitens, weil er viel besser zugänglich ist und einen bequemeren Sitzplatz bietet.

Die Albvereinler wanderten weiter vom Auchtert über den Breitenstein nach Ochsenwang, wo am Mörikehaus ein kleiner Halt eingelegt und auch die Ochsenwanger Kirche besucht wurde. Der Ort regte die Wanderer zum Singen eines Chorals an.

Nun folgte ein ziemlich mühsamer Weg über noch verschneite Felder zum Schopflocher Moor und durch dieses weiter zum Otto-Hoffmeister-Haus. Dort angelangt waren sich alle Teilnehmer einig, dass der Ausflug mit Wanderführerin Doris Piechocki sehr schön und lohnend gewesen war.

gl