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Festliches Galakonzert lässt Seelen ins Schwingen kommen

Zum zehnjährigen Bestehen gab das Schwabenland Handharmonika-Orchester Kirchheim ein Jubiläumskonzert – Gaststars waren stimmgewaltige Don Kosaken

Kirchheim. Das Schwabenland Handharmonika-Orchester Kirchheim (SHO) hatte für Freitagabend

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Renate Schattel

zu einem festlichen Galakonzert aus Anlass seines zehnjährigen Bestehens in die Kreuzkirche eingeladen. Als besonderer Geburtstagsgast erschien der weltberühmte Don-Kosaken-Chor Serge Jaroff. Pfarrer Bernd Küster freute sich, dass trotz Fussball-Weltmeisterschaft signifikant viele Besucher in die Kreuzkirche gekommen waren, und wünschte, dass die Seelen bei diesem Konzert Ruhe finden und ins Schwingen kommen mögen.

Dieser Wunsch wurde augenblicklich erfüllt, spielte sich doch das SHO gleich zu Beginn in die Herzen der Zuhörer. Unter der Leitung von Heinz Arnold aus Weingarten bezauberte das Ensemble mit staunenswerter Klangfülle, technischer Präzision und Spielfreude. Die Spieler benutzen vorwiegend diatonische Akkordeons mit wechseltönigem Diskant sowie wechseltönigem Bass, nur mit Knopfgriffen. Die unterschiedlichen Tonstrukturen bei Zug und Druck der Instrumente bewirken eine spannungsreiche Vielfalt der Klänge.

Erfahrene Handharmonika-Spieler aus ganz Baden-Württemberg hatten sich im Januar 2001 zusammengefunden, um unter der Leitung von Heinz Arnold konzertante Musik darzubieten. Er ist Gastdozent für diatonische Handharmonika am Hohner-Konservatorium Trossingen. Die Organisation übernahm der Kirchheimer Manfred Schneider, der in der Kreuzkirche den geeigneten Probenraum für das weit gereiste Ensemble fand. Dirigent Heinz Arnold wiederum bereichert das Ensemble auch durch eigene Kompositionen. Seine „Neuenburger Suite“ mit lautmalerischen Anklängen bot das SHO an seinem Jubiläumskonzert zu Gehör. Es folgten unter anderem Werke von Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven und zum krönenden Abschluss „Trumpet Voluntary“ von Jeremiah Clarke. Belohnt wurde das außergewöhnliche Orchester mit Standing Ovations und lang anhaltendem Beifall.

Der Don-Kosaken-Chor Serge Jaroff unter der Leitung von Wanja Hlibka konnte an diesem Abend nicht ganz das halten, was sein vorausgeeilter Ruhmesruf versprach. Natürlich sangen sie klanggewaltig, haben sie einen grandiosen Stimmumfang, begeisterten sie mit dem melancholischen Zauber der russischen Volksmusik, es sind ja auch alle Profisänger, die von großen osteuropäischen Opernhäusern kommen. Es mag an der drückenden Hitze gelegen haben, dass sie an diesem Abend immer wieder Intonationsprobleme hatten, spät zueinander und in den Rhythmus fanden. Dennoch tat die technische Schwäche dem phänomenalen Klangbad der Stimmen keinen Abbruch und russisch-orthodoxe Choräle und Volksweisen wie „Kalinka“ begeisterten und ließen staunen. Pfarrer Küsters Wunsch hatte sich mehr als erfüllt.