Lokales

„Feuer in alter Grundschule“

Hauptübung der Feuerwehren Brucken und Lenningen bestätigen Schlagkraft

Feuer in der alten Bruckener Grundschule, zwei Personen darin eingeschlossen: So hat die Übungsvorgabe für die Freiwillige Feuerwehr Lenningen, Abteilung Brucken, am vergangenen Samstag gelautet. Dabei ist sie von den Nachbarn der Abteilung Lenningen unterstützt worden.

Die Feuerwehrleute installieren eine Pumpe, mit der der Druck des Leitungsnetzes erhöht wird.Foto: Haußmann
Die Feuerwehrleute installieren eine Pumpe, mit der der Druck des Leitungsnetzes erhöht wird.Foto: Haußmann

Lenningen. Im alten Bruckener Grundschulgebäude ertönte am Samstag ein Alarm. Auf der Straße sammelten sich Schaulustige, die beobachteten, wie Qualm aus den Fenstern drang. Im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Lenningen, Abteilung Brucken, waren die Feuerwehrleute zu diesem Zeitpunkt schon auf den Beinen. Alles musste schnell gehen, auch, wenn es sich wie in diesem Fall, um eine Hauptübung handelte. Nach nur sechs Minuten waren sie am Ort des Geschehens.

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In Windeseile wurden die Schläuche ausgerollt und an die Verteiler angeschlossen. Auch eine Pumpe kam zu Einsatz. „Der Druck des Leitungsnetzes ist zu gering, deshalb wird er mit der Pumpe erhöht“, erklärte Rainer Dümmel, Feuerwehrmann in Brucken. Nur eine Minute später war auch die Abteilung Lenningen vor Ort. Einsatzleiter Bernd Attinger rannte zum Grundschulgebäude, wo er die Lage erkundete. Kurz darauf gab der Bruckener Abteilungskommandant die ersten Anweisungen für das taktische Vorgehen an die Gruppenführer weiter, die ihre Leute einwiesen.

Die beiden Atemschutzgeräteträger Marc Richter und Florian Fleischmann drangen mit schnellen Schritten in das Gebäude vor. „Im Innern war alles ziemlich stark verraucht, deshalb konnten wir nichts sehen“, so Richter. Aus diesem Grund gingen die beiden Floriansjünger in die Hocke und arbeiteten sich mit der gebotenen Umsicht durch die Gänge.

Bei ihrem Vorstoß fanden sie eine Person, die sich nicht aus eigener Kraft ins Freie retten konnte. Ihr zogen die Feuerwehrleute eine Rettungshaube über.

„Auf die Art wird dafür gesorgt, dass die zu rettende Person nicht länger dem Rauch ausgesetzt ist“, erklärte Florian Fleischmann. „Eine Rauchvergiftung kann damit vermieden oder abgemildert werden.“

Nachdem die Abteilung Lenningen mit ihrem Löschfahrzeug LF 20/16 eintraf, das mit einer Wärmebildkamera ausgestattet ist, stießen weitere Feuerwehrleute in das Grundschulgebäude vor. „Im Ernstfall würden wir die Wärmebildkamera mitnehmen, da mit ihr Personen, die sich in einem brennenden Haus befinden, schneller aufgefunden und gerettet werden können“, erzählte Michael Löw.

Das Dach der alten Grundschule im Postweg 43 ist mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. „Hier ist besondere Vorsicht geboten“, sagte Bernd Attinger. „Bei diesen Anlagen besteht im Brandfall die Gefahr, dass sie herabstürzen oder dass die Löschtrupps einen elektrischen Schlag bekommen.“ Der Einsatzleiter betonte, dass Photovoltaikanlagen im Ernstfall von einem Elektriker freigeschaltet werden müssen. Doch damit sei die Gefahr nicht gebannt, denn die Solarzellen stünden weiter unter Spannung und würden selbst im Mondlicht fortwährend Strom produzieren. „Aus diesem Grund muss man beispielsweise auch bei Nachteinsätzen wissen, wo die Anlage angebracht ist“, so Attinger. „Denn dementsprechend muss die Feuerwehr bei Dunkelheit ihre Lichtmasten ausrichten.“ Um die Gefahr eines elektrischen Schlags zu minimieren oder ganz zu verhindern, müssen die Einsatzkräfte einen Sicherheitsabstand von rund zehn Metern einhalten, wie der Kommandant der Abteilung Brucken eingehend erklärte.

Unterdessen wurde eine weitere Person durch das Fenster über eine Leiter ins Freie gebracht und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) Lenninger Tal übergeben. Zeitgleich postierte ein Feuerwehrmann am Eingang zur Grundschule einen Lüfter, mit dem der Rauch aus den Gängen und Räumen gedrängt wurde. Auf der Rückseite des Schulhauses hatten die Floriansjünger der Abteilung Lenningen Stellung bezogen. Mit einer Riegelstellung erzeugten sie einen Hydrovorhang, was im Ernstfall ein Übergreifen des Feuers auf benachbarte Häuser verhindert.

Nach rund 45 Minuten war die Übung abgeschlossen. Der Kommandant der Feuerwehr Lenningen, Michael Eberle, und der stellvertretende Kreisbrandmeister, Rainer Stalzer, sprachen den Feuerwehrleuten ein großes Lob aus. „Die beiden Abteilungen haben gezeigt, dass sie eine hohe Schlagkraft besitzen und sehr gut ausgebildet sind“, so Bürgermeister Michael Schlecht. Kommandant Michael Eberle erklärte, dass die Straße zur Grundschule sehr eng ist. Das stelle die Einsatzkräfte vor Herausforderungen, doch die seien von den Floriansjüngern gut bewältigt worden.

„Unter der Woche ist hier viel los, da das Haus vom Musikverein und der Musikschule genutzt wird“, sagte Eberle. „Doch die Übung hat gezeigt, dass wir auch mit der strategischen Positionierung unserer Fahrzeuge auch dann gut aufgestellt sind, wenn im Postweg unter der Woche viele Autos stehen.“