Lokales

Feuerwehr hilft bei Brand und Verkehrsunfall

Die Feuerwehrabteilungen Lenningen und Brucken stellten am vergangenen Samstag bei der Hauptübung ihr Können eindrucksvoll unter Beweis. Einsatzort war ein brennendes Gebäude in der Oberlenninger Brunnensteige, vor dem sich noch ein Verkehrsunfall ereignete. Die zahlreichen Zuschauer konnten sich bei herrlichem Sonnenschein ein eigenes Bild vom Leistungsstand ihrer Wehr machen.

RAINER STEPHAN

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LENNINGEN Übungsannahme war, dass bei Abbrucharbeiten an einem Gebäude durch die Unachtsamkeit eines Bauarbeiters ein Brand ausbrach. Den Bauarbeitern war es durch die schnelle Rauchentwicklung nicht mehr möglich, das Gebäude zu verlassen, weshalb sie per Handy den Notruf alarmierten. Von den durch die Leitstelle Esslingen über Funkmeldeempfänger informierten Feuerwehrleuten traf als Erste die Besatzung des Kommandowagens knapp fünf Minuten später am Einsatzort ein.

Während Einsatzleiter Falk Holder die Lage erkundete und sodann den Einsatz koordinierte, begannen die Mannen des Tanklöschfahrzeugs und des Tragkraftspritzenfahrzeugs mit der Menschenrettung und Brandbekämpfung. Zwei Feuerwehrmänner waren schon beim Eintreffen mit Atemschutzkleidung ausgestattet, so dass sie sofort ins Haus eindringen konnten. Ein Sicherheitstrupp mit zwei weiteren Atemschutzträgern blieb derweilen als Ersatz- und Sicherheitsvorkehrung vor dem Haus in Bereitschaft.

Bereits zwei Minuten nach dem Eintreffen konnte vom Tanklöschfahrzeug aus der Brand mit Wasser gelöscht werden. Parallel wurde eine weitere Wasserversorgung vom Hydranten zum Gebäude aufgebaut. Die Besatzung des Schlauchwagens stellte zusätzlich noch eine Schlauchverbindung zur Zapfstelle an der Lauter her.

Der vor der Eingangstür zum Gebäude aufgebaute Überdrucklüfter blies den Qualm zum Haus hinaus. Dies kam auch den Bergungskräften zu Gute, die schon bald den ersten geretteten Verletzten der DRK-Bereitschaft Lenninger Tal zur Versorgung übergeben konnten.

Ein Traktorfahrer, der spontan bei der Menschenrettung am brennenden Haus mithalf, war ursächlich für den Unfall im zweiten Übungsteil. Ein Autofahrer, der durch den Brand stark abgelenkt war, fuhr auf den hinten angebrachten Pflug des abgestellten Traktors auf. Durch den starken Aufprall ließen sich die Türen des Autos nicht mehr öffnen.

Um den eingeklemmten Fahrer vor Glassplittern zu schützen, mussten zuerst die Scheiben fachmännisch abgeklebt werden, ehe sie eingeschlagen wurden. Mit dem hydraulischen "Spreizer" wurde dann die eingeklemmte Tür geöffnet. Der Beifahrer erfuhr Rettung mittels der hydraulischen Rettungsschere, die ebenfalls an das Aggregat im Rüstwagen angeschlossen war. Und da die Feuerwehrleute schon mal mit Eifer am Werk waren, wurde zu Übungszwecken flugs aus dem Kleinwagen ein lädiertes Cabrio zurecht geschnitten.

Die Verletzten wurden wiederum von den Sanitätern des DRK weiterversorgt. Daneben sorgten die Blauröcke für die Absicherung der Unfallstelle und die "Bindung" des auslaufenden Kraftstoffs.

Fachkundig kommentierte Clemens Löw den Ablauf der Übung, so dass die zahlreichen Zuschauer stets den Überblick über das Szenario behielten.

Bei der anschließenden Manöverkritik dankte Kommandant Michael Eberle allen Übungsteilnehmern und freute sich über die gute Resonanz in der Bevölkerung. "Ich denke, dass mancher was mit heimgenommen hat", so sein Resümee. Auch dem anwesenden Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich hatte die Übung gefallen. Er gab den Beteiligten allerdings noch verschiedene Optimierungsvorschläge mit auf den Weg. "Nach getaner Arbeit können sie stolz auf sich sein", war sein Schlusskommentar.

Bürgermeister Michael Schlecht sah in der Übung eine vertrauensbildende Maßnahme für die Bevölkerung. Durch sein Kompliment an den Kreisbrandmeister, "Sie waren so klug und haben ein paar Kritikpunkte eingebaut", ersparte sich Lenningens Schultes Detailanmerkungen zur Übung. Seine Zufriedenheit mit der Schauübung kam in seinem Schlusswort zum Ausdruck: "Qualifikation und Engagement sind zwei Sachen, auf die man sich bei der Freiwilligen Feuerwehr Lenningen verlassen kann".