Lokales

Feuerwehr vor 50 Jahren und heute

Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Dettingen gewährt einen Blick in die Vergangenheit

Die diesjährige Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Dettingen fand am vergangenen Samstag an der „Alten Schule“ im Ortszentrum statt und zeigte den vielen interessierten Zuschauern etwas nicht Alltägliches: Einen Übungsablauf mit 50 Jahre alten Feuerwehrfahrzeugen und Einsatzkräften in der Montur der damaligen Zeit, und direkt danach den gleichen Übungsablauf mit heutigen Fahrzeugen und heutiger ­Einsatztechnik.

Einsatzgeschehen im Rahmen der „Historischen Übung“ der Freiwilligen Feuerwehr Dettingen.Foto: Walter Wanner
Einsatzgeschehen im Rahmen der „Historischen Übung“ der Freiwilligen Feuerwehr Dettingen.Foto: Walter Wanner

Dettingen. Kommandant Jürgen Holder begrüßte die zahlreich erschienenen Zuschauer, darunter Bürgermeister Haußmann und etliche Gemeinderäte und die Kommandanten der umliegenden Feuerwehren. Der Übungsablauf wurde von ihm über eine Lautsprecheranlage erläutert. Der erste Übungsabschnitt stand im Zeichen einer „historischen Übung“, bei der die Fahrzeuge der Dettinger Wehr aus den 60er-Jahren nacheinander anrückten, außerdem ein Jeep der Linsenhofener Feuerwehr, welcher als Führungsfahrzeug eingesetzt war. Einen solchen umgebauten Jeep hatten vor 50 Jahren auch die Dettinger Floriansjünger.

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Im Feuerwehr-Jeep kam Einsatzleiter Rainer Holder vorgefahren, welcher nach der Erkundung das Tanklöschfahrzeug TLF 8 sofort einsetzte. Die Besatzung des ebenfalls eingetroffenen Löschgruppenfahrzeugs LF 8 ging zur Menschenrettung vor und brachte über eine Steckleiter mehrere Kinder aus dem ersten Obergeschoss in Sicherheit. Des Weiteren stellte die Besatzung des LF 8 mit der in Betrieb genommenen Tragkraftspritze TS 8 die Wasserversorgung aus dem Dorfbrunnen sicher. Mit einem Traktor – wie früher – wurde die Anhängeleiter AL 18 in Stellung gebracht und Personen aus dem zweiten Obergeschoss „gerettet“. Da ohne Atemschutz, nur mit Mundschutz, ein schneller Innenangriff früher noch nicht möglich war, konnte der Brandherd erst spät entdeckt und gelöscht werden. Zum Abschluss wurde noch ein Sprungtuch in Stellung gebracht, welches von 16 Feuerwehrkräften gehalten werden musste. Die Einsatzkräfte hatten bei diesem Übungsabschnitt auch die damals übliche Montur an und die damals üblichen schwarzen Helme auf.

Derselbe Übungsablauf wurde anschließend mit den heutigen Fahrzeugen, Gerätschaften und der aktuellen Einsatzkleidung gezeigt. Der Mannschaftstransportwagen MTW diente als Einsatzleitungsfahrzeug, das Tanklöschfahrzeug TLF 16-25 wurde zum Schnellangriff unter Atemschutz eingesetzt und hatte seine Wasserversorgung aus einem Hydranten der Kirchheimer Straße. Das Löschgruppenfahrzeug LF 16-TS pumpte das benötigte Wasser aus dem Dorfbrunnen mittels der neuen Tragkraftspritze TS 8. Die Kinder aus dem ersten Obergeschoss wurden wieder mit einer Steckleiter und die Personen aus dem zweiten Obergeschoss wurden mit der Kirchheimer Drehleiter heruntergeholt. Für diesen Übungsabschnitt fungierte Lars Walz als Einsatzleiter.

Während des Abbaus fuhr das neue Fahrzeug der Kirchheimer Feuerwehr vor, ein Löschgruppenfahrzeug LF 20. Ein solches Fahrzeug steht im Jahr 2016 in Dettingen zur Beschaffung an und soll das dann über 30 Jahre alte Löschfahrzeug LF 16-TS und den 50-jährigen „Jubilar“, das Tanklöschfahrzeug TLF 8, ersetzen.

Bei der anschließenden Zusammenkunft bedankte sich Bürgermeister Haußmann für die bei der Übung gezeigten Leistungen und sicherte auch für die Zukunft Unterstützung zu. Außerdem bedankte er sich nochmals auch im Namen des Gemeinderats für die vielfältigen Hilfsmaßnahmen der Feuerwehr nach dem schweren Hagelunwetter im Juli. Er äußerte, auch die in den letzten Wochen zusätzlich aufgetretenen Einsätze hätten die Feuerwehr sehr in Anspruch genommen.ww